Ausbildungsstart 2026: Noch viel Bewegung am Ausbildungsmarkt
Anteil ausländischer Azubis nimmt zu
Nürnberg – Am 1. September starten über 6.000 junge Menschen in Mittelfranken ihre Ausbildung in Industrie, Handel und Dienstleistungen. Der Anteil ausländischer Azubis ist so hoch wie nie. Dennoch sind noch etliche Ausbildungsstellen unbesetzt.
Stefan Kastner, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Berufsbildung, appelliert deshalb an Jugendliche ohne Ausbildungsplatz: „Wer zum offiziellen Ausbildungsstart noch nicht den passenden Ausbildungsplatz gefunden hat, sollte in seinen Bemühungen nicht nachlassen. Auch nach dem 1. September ist der Einstieg in eine duale Ausbildung möglich. Und die IHK unterstützt gerne bei der Suche nach dem passenden Beruf und Betrieb.“
Die aktuellen Eintragungszahlen liegen um 6,6 Prozent unter denen des Vorjahres. Ein Rückgang, der in erster Linie auf die angespannte konjunkturelle Lage zurückzuführen ist. In den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen wurden bisher 2.156 Neuverträge geschlossen (minus 6,5 Prozent). Während die Zahlen im Bereich Metalltechnik weitgehend konstant sind, sind sie in den elektrotechnischen Berufen eher rückläufig. Auslöser sind hier die Fachinformatiker/-innen mit einem Rückgang von 40 Prozent im Vorjahresvergleich.
4.069 Ausbildungsverträge wurden bisher in kaufmännischen Ausbildungsberufen geschlossen (minus 6,6 Prozent). Bei Banken sowie im Verkehrs- und Transportgewerbe haben die Neueintragungen sogar leicht zugelegt, die anderen kaufmännischen Berufsgruppen sind dagegen leicht rückläufig. Auffälligkeiten in einzelnen Berufen gibt es hier nicht.
Besorgniserregend ist laut Kastner die hohe Zahl der unversorgten Schulabgänger, obwohl noch zahlreiche Ausbildungsplätze unbesetzt sind. Nur dank der steigenden Zahl ausländischer Azubis sei die Zahl der vakanten Ausbildungsstellen nicht noch höher. Offenbar sei die duale Ausbildung gerade im Ausland sehr gefragt: Über 22 Prozent der neuen Auszubildenden kommen aus dem Ausland. Bemerkenswert ist dabei, dass ausländische Jugendliche mit 28 Prozent deutlich häufiger in kaufmännischen Ausbildungsberufen vertreten sind, als im gewerblich-technischen Bereich (14 Prozent). Besonders hoch ist der Anteil an ausländischen Auszubildenden im Bereich Hotel- und Gaststättengewerbe. Nur 26 Prozent der Auszubildenden in dieser Berufsgruppe haben die deutsche Staatsangehörigkeit, 74 Prozent kommen aus dem Ausland. Die meisten Auszubildenden in dieser Berufsgruppe kommen mit 43 Prozent aus Vietnam.
IHK unterstützt bei Nachvermittlung und Berufsorientierung
Gerne besetzen die mittelfränkischen Ausbildungsbetriebe auch nach dem 1. September vakante Ausbildungsplätze. Die IHK unterstützt Interessierte beispielsweise mit „offenen Sprechstunden“: Montags bis donnerstags zwischen 13:00 und 15:30 Uhr erhalten Jugendliche im „Haus der Wirtschaft“ (Hauptmarkt 25-27, Nürnberg) eine individuelle Ausbildungsberatung. Sie können einfach vorbeikommen, eine Terminvereinbarung ist nicht nötig.
Über WhatsApp zum Ausbildungsplatz
Wer gezielt nach bestimmten Ausbildungsberufen sucht, findet freie Stellen bei der IHK-Lehrstellenbörse Mittelfranken (www.ihk-lehrstellenboerse-mittelfranken.de): Auf dem Portal werden Ausbildungsplätze bei mittelfränkischen Unternehmen angeboten. Die Betriebe können ihre offenen Ausbildungsplätze kostenlos und mit wenigen Klicks einstellen und so potenzielle Auszubildende auf sich aufmerksam machen, die Jugendlichen können sich direkt bewerben. Seit diesem Jahr ist die IHK-Lehrstellenbörse Mittelfranken um den WhatsApp-Kanal „IHK Ausbildung JETZT“ erweitert! In diesem Kanal werden alle neuen Ausbildungsangebote aus der Lehrstellenbörse veröffentlicht – übersichtlich, aktuell und direkt auf das Smartphone.
Bei der IHK-Nachvermittlungsbörse am Montag, 10. November (13 bis 15 Uhr im „Haus der Wirtschaft“, Hauptmarkt 25/27, Nürnberg) können Bewerber, die noch keine Stelle gefunden haben, Gespräche mit Ausbildungsbetrieben führen. Interessierte Betriebe können sich über die IHK-Homepage anmelden. Wer einen Ausbildungsplatz sucht, kann ohne Anmeldung vorbeikommen (www.ihk-nuernberg.de/nachvermittlungsboerse).
Mehr zu den IHK-Aktivitäten zur Ausbildung: www.ihk-nuernberg.de/jetzt
BIHK: 39.955 Jugendliche beginnen Ausbildung in IHK-Berufen
Fast 40.000 Jugendliche im Freistaat beginnen Anfang September eine Ausbildung in Industrie, Handel und im Dienstleistungsbereich, teilt der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) mit. Nach der vorläufigen Statistik entspricht dies einem Minus von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Bayern: 39.955 Jugendliche beginnen Ausbildung in IHK-Berufen (www.bihk.de)
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