IHK-Konjunkturklima Mittelfranken: Nur kurzes Aufatmen, aber keine Wende
Index verbessert sich leicht, aber weiter Stellenabbau und Investitionsschwäche.
Nürnberg – Die mittelfränkische Wirtschaft müht sich weiter: Die Geschäftslage der Betriebe verbessert sich zwar etwas, aber von einer wirklichen Wende ist weiterhin nichts zu sehen. Vor allem kritisieren die Unternehmen das Ausbleiben von Strukturreformen und die weiter unbefriedigenden Standortfaktoren. Das sind zentrale Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Nürnberg für Mittelfranken.
Nach fast zwei Jahren schafft es der IHK-Konjunkturklimaindex erstmals wieder über die 100-Punkte-Schwelle auf einen Wert von 102,0 Punkten. Vor allem in der Industrie hat sich der Index verbessert. Sie war für Mittelfrankens Wirtschaft früher immer ein konjunkturelles Zugpferd, wovon sie aber immer noch weit entfernt ist. Die 210 Unternehmen, die an der Umfrage teilnahmen, nennen insbesondere die schwache Nachfrage und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als größte Hemmnisse für eine Verbesserung. Diese beiden zentralen Faktoren werden im Vergleich zu den letzten Befragungen sogar noch schlechter bewertet.
„Wir haben es mit einer hochproblematischen Gemengelage zu tun: Schwache Nachfrage trifft auf hohe Personal- und Energiekosten sowie auf geopolitische Turbulenzen, die unsere Exportwirtschaft und unsere Lieferketten bedrohen“, so IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann. „Hinzu kommen unzureichende Wirtschaftsreformen, Bürokratielasten und Rückstand bei der Digitalisierung. Wir werden als IHK-Organisation weiter unablässig darauf drängen, die überfälligen Strukturreformen jetzt endlich anzugehen. Es reicht nicht, hier und da Risse zu kitten. Das Fundament unserer Wirtschaftspolitik muss wieder tragfähig werden – gerade jetzt, wo wir wegen der weltweiten Verwerfungen hohe Resilienz brauchen.“
Geschäftslage und -erwartungen: Der Index für die aktuelle Geschäftslage legt um zehn Punkte zu und liegt nun mit plus zwei Punkten wieder im positiven Bereich. Branchenübergreifend hat sich die Lage also tendenziell leicht verbessert. Auch bei den Geschäftserwartungen für die nächsten Monate gibt es ein leichtes Plus. Das ändert aber nichts daran, dass die Werte auf einem niedrigen Niveau verharren und eine grundsätzliche Verbesserung der Konjunktur nicht absehbar ist.
Investitionen und Beschäftigung: Vor allem der Blick auf die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen für die nächsten Monate dämpft die Hoffnung. Der massive Personalabbau des vergangenen Jahres dürfte sich sogar noch zuspitzen. Auch bei den Investitionen äußerten sich die Unternehmen sehr zurückhaltend: Sie werden weiterhin vorsichtig agieren und kaum neue Kapazitäten aufbauen.
Entwicklung nach Wirtschaftssektoren: Insgesamt rücken die einzelnen Branchen bei der Beurteilung der konjunkturellen Lage näher zusammen. Industrie und Handel verzeichnen jeweils einen deutlichen Anstieg. Die Bauwirtschaft fällt dagegen leicht ab und bildet gemessen an Indexpunkten nun das Schlusslicht. Die verbrauchernahen Dienstleister können etwas zulegen, während die unternehmensbezogenen Dienstleister ein wenig schlechter abschneiden. Weiterhin verzeichnen aber nur die Dienstleister einen Indexwert von über 100 Punkten.
IHK-Konjunkturklima regional: Auch die Regionen rücken bei der konjunkturellen Lage weiter zusammen. Der bisherige Spitzenreiter Erlangen rauscht ab auf einen IHK-Konjunkturklimaindex von 99,9 und verliert damit fast 15 Punkte. Die Region Schwabach-Roth / Nürnberger Land bleibt mit 106,2 Punkten fast unverändert und liegt damit ganz leicht vor der Region Fürth auf Platz 1. Während auch Nürnberg mehr oder weniger stabil bei 98,2 Punkten bleibt, kann Westmittelfranken einen deutlichen Anstieg verbuchen und schließt mit 91,2 Zählern fast zu den anderen Regionen auf. Die Verbesserung der Geschäftslage zeigt sich also besonders in Westmittelfranken, Fürth und Schwabach-Roth / Nürnberger Land.
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