Forschen und qualifizieren in der Region Weißenburg
Forschung, Lehre und berufliche Weiterbildung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen stärken: Mit diesem Ziel ging vor zehn Jahren der „Kunststoffcampus Bayern“ in Weißenburg an den Start. Die Region ist Sitz zahlreicher Unternehmen der Kunststoffbranche, deshalb sollte der Campus zur Wirtschaftsentwicklung und Fachkräftesicherung beitragen.
Auf der Festveranstaltung zum Jubiläum würdigte Dr.-Ing. Simon Amesöder, Geschäftsführer der RF Plast GmbH in Gunzenhausen und Vorsitzender des IHK-Gremiums Weißenburg-Gunzenhausen, in seiner Rede die bisherigen Entwicklungen und richtete zugleich einen Blick in die Zukunft. Die neuen inhaltlichen Schwerpunkte – etwa Smart Polymers und Protective Systems – seien aus Sicht der Industrie „sehr zukunftsweisend“ und bildeten die Grundlage für nachhaltige Forschung und Wachstum in der Region.
Der Campus entstand als gemeinsames Vorhaben des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen und der Stadt Weißenburg. Getragen wird er seit Beginn von einem Verbund aus Wissenschaft und Wirtschaft: Partner sind Unternehmen der Region, die Hochschule Ansbach, die IHK-Akademie Mittelfranken sowie die Fachschule für Kunststofftechnik und Faserverbundtechnologie.
Der Campus gliedert sich in ein Technologiezentrum und ein Studien- und Weiterbildungszentrum, die gemeinsam ein breites Leistungsportfolio für Unternehmen, Fachkräfte und Studierende aus der Region bilden.
Technologiezentrum: Unternehmen stehen im Technologiezentrum modern ausgestattete Labore, Messtechnik, Analytik sowie Werkstoff- und Bauteilprüfung zur Verfügung. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Werkstoff- und Verfahrensweiterentwicklung, Additive Fertigung, Plasmatechnologie und Industrie 4.0. Unternehmen können Forschungs- und Entwicklungsaufträge vergeben oder in gemeinsamen Projekten arbeiten.
Studienzentrum: Unter Federführung der Hochschule Ansbach werden am Campus die berufsbegleitenden Bachelor-Studiengänge Angewandte Kunststofftechnik und Strategisches Management angeboten. Ergänzt wird das Angebot durch modulare Studienbausteine und praxisorientierte Firmenschulungen, etwa zu Spritzgießen, Compound-Technologie oder Schadenanalytik.
Weiterbildungsangebote der IHK-Akademie Mittelfranken: Zusätzlich ist der Campus Teil eines bayernweit einmaligen Kompetenzzentrums für Technik und Management, das berufliche und akademische Qualifikationen miteinander verzahnt. Dazu gehören Lehrgänge der IHK-Akademie Mittelfranken wie Industriemeister/-in für diverse Fachrichtungen, Logistikmeister/-in, Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten Industrie oder Ausbildung der Ausbilder. Beruflich Qualifizierte können sich Teile ihrer Weiterbildung für ein späteres Studium anrechnen lassen – eine wichtige Säule der regionalen Fachkräftesicherung.
Webcode: N2009