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Christian Mössner
Liebe zum Film, Liebe zum Fußball: Christian Mössner von Aura Film ist auch Club-Fan.

Dass aus einem Filmprojekt heraus ein Unternehmen gegründet wird, dürfte eher selten vorkommen. Bei der Aura Film GmbH in Nürnberg lief es aber so: Die Firma entstand im Zuge der Dreharbeiten an dem Dokumentarfilm „Aura einer Legende“, der sich mit der 125-jährigen Geschichte des 1. FC Nürnberg befasst. Premiere war im Frühjahr des Jubiläumsjahres 2025 und gezeigt wurde er unter anderem im Cinecittà in Nürnberg. „Es ging uns um die rechtliche Absicherung“, sagt Christian Mössner von Aura Film über die Unternehmensgründung. Bei der FCN-Doku seien viele sehr alte Aufnahmen von Fußballspielen zu sehen, bei denen die Klärung der Bildrechte vereinzelt nicht abschließend möglich gewesen sei.

Immerhin habe man durch die Kooperation mit dem Bundesligisten Zugang zu den Archiven des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) erhalten, wo ein bestimmtes Kontingent an Archivmaterial abgerufen werden kann. „Die Aufnahmen wären sonst nicht bezahlbar gewesen.“ Außerdem habe sich die Zusammenarbeit an vielen Stellen als „Türöffner“ bewährt, beispielsweise um Genehmigungen oder Zutritte zu bekommen.

Nichtsdestotrotz war das Drehprojekt eine vom FCN unabhängige Initiative der Nürnberger Filmemacher. Nun spiegelt es sich auch im Firmennamen wieder: „Mit dem Begriff ‚Aura‘ soll die Fußball-Historie hier in der Region mitschwingen“, erklärt Mössner. Aktuell besteht das Aura-Team aus sechs Leuten, die Hälfte von ihnen mit Schwerpunkt auf Autoren- und Regietätigkeit, die andere auf die technischen Aspekte wie Kamera und Schnitt. Unternehmerische Erfahrung gibt es aber schon seit Längerem: So hatten Christian Mössner und Geschäftsführer Alexander Diezinger schon 2013 eine GbR gegründet, außerdem war Mössner viele Jahre Gesellschafter des Musikvideo-Produzenten AVA Studios, der heute in Berlin sitzt. „Ich mag es sehr, diese Flexibilität zu haben und an Orte zu kommen, die man so einfach nicht sieht“, sagt der Filmemacher über die Vorzüge, unternehmerisch tätig zu sein. Er sei sich aber auch der Nachteile bewusst, beispielsweise der damit verbundenen finanziellen Risiken.

In der nächsten Zeit stehen für Aura Film drei weitere Produktionen an: Eine davon befasst sich mit Walter Spangler, Albert Bittlmayer und Taliso Engel, drei Persönlichkeiten aus dem Club-Universum, eine weitere mit Schicksalen jüdischer Mitglieder im Verein und ein dritter Film soll den Umbau des Frankenstadions begleiten. „Wir müssen uns mit diesen Projekten jetzt erstmal beweisen“, sagt Mössner. Die Initiative für die Projekte komme stets vom Aura-Team selbst, erklärt er, deshalb sei auch die Finanzierung immer ein Thema: Kosten für Filmbestandteile wie Musik und Bildrechte summierten sich schnell auf. Filmförderung sei dagegen sehr schwer zu bekommen, nur für eine Produktion erhalte Aura Film ein Kultur-Sponsoring mehrerer Unternehmen. Ein großes Ziel für die Nürnberger Filmemacher wäre eine Koproduktion, beispielsweise mit dem Bayerischen Rundfunk: „Das wäre der natürliche organische Weg zu wachsen, so Mössner.

www.aura-film-gmbh.com 

Webcode: N2325