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KI im Marketing: IHK-Webinar zu Künstlicher Intelligenz und wie sie neue Möglichkeiten in Marketing, Verkauf und Produktpräsentation schafft.
Werbebotschaften und Produktbeschreibungen mit ChatGPT erstellen: Das dürfte den meisten einfallen, wenn es um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Marketing geht. Doch die KI kann weit mehr, als nur Texte zu generieren: Sie hat sich auch im Marketing als praktisches Alltagsinstrument mit unzähligen Anwendungsmöglichkeiten erwiesen. Das unterstrich der Digital-Marketing-Experte Stephan Zabel, Inhaber des gleichnamigen Nürnberger Beratungsunternehmens (www.stephanzabel.de), beim IHK-Webinar „KI im Marketing – 7 Use Cases“. Mit sieben Anwendungsbeispielen machte er deutlich, wie man KI als produktives Werkzeug nutzt, um Zeit und Kosten zu sparen. Die Veranstaltung wurde von der IHK Nürnberg für Mittelfranken im Zuge der bayernweiten IHK-Webinar-Reihe „Online-Marketing“ organisiert.
Einfach nur prompten reicht nicht aus
KI verändert nach Worten Zabels aktuell die gesamte Wertschöpfung im Marketing – von der Planung über die Produktion bis hin zur Optimierung von Maßnahmen. Entscheidend sei jedoch, wie Unternehmen diese Technologien einsetzen: „Wer einfach nur einen Prompt eingibt, wird selten gute Ergebnisse erhalten“, so Zabel. Der Schlüssel liege darin, der Künstlichen Intelligenz ausreichend Inhalte und Zusammenhänge zur Verfügung zu stellen. Je mehr Hintergrundinformationen eine KI erhält, desto präziser und relevanter wird auch das Ergebnis, das sie generiert. Unternehmen sollten daher ihre Zielgruppen, Leistungen, Markenwerte und bestehenden Inhalte systematisch aufbereiten und in die Arbeit mit KI-Tools integrieren. Statt kurzer Eingaben empfiehlt Zabel ausführliche Prompts, die durchaus mehrere Seiten umfassen können. Beispielhaft skizzierte Zabel diese sieben Einsatzmöglichkeiten von KI im Marketing:
eigene KI-Assistenten für verschiedene Marketing-Aufgaben aufbauen: Mithilfe von Tools wie beispielsweise Notebook LM oder mit Automatisierungstools wie n8n oder make lassen sich interne Wissensdatenbanken erstellen, die als Grundlage für alle weiteren Aufgaben dienen. Wichtiger Vorteil: Diese Assistenten greifen damit ausschließlich auf geprüfte eigene Quellen zurück und liefern dadurch deutlich verlässlichere Ergebnisse als generische Anwendungen.
Einspeisen kann man vielfältige Informationen wie beispielsweise Webseiten, PDF- oder Textdateien, YouTube-Videos oder Daten aus Google Drive. Der smarte Assistent ist genau auf das Wissen, die Inhalte und die Arbeitsweisen des Betriebs trainiert und kombiniert das gespeicherte Wissen mit den eingesetzten Sprachmodellen, die die gewünschten Ergebnisse generieren. Auch hier ist entscheidend: Bei den verwendeten Sprachmodellen kommt es auf exakte Prompts an, in denen die Aufgaben und die gewünschten Ausgabeformate genau definiert werden.
Marketing-Strategie und Content-Plan erstellen: Wenn beispielsweise die Einführung eines neuen Produkts oder einer neuen Dienstleistung, die Optimierung der Webseite oder die Erstellung eines Newsletters anstehen, kann man sich wirksam von der KI unterstützen lassen. Sofern man den Tools wie ChatGPT ausreichend Kontext und Inhalte mitgibt, bewähren sie sich als nützliche Marketing-Berater, die in wenigen Minuten komplette Strategien erstellen, bestehende Inhalte optimieren oder fundierte Kritik, Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge für eine Geschäftsidee liefern. Dafür eignen sich KI-Chatbots mit „Thinking“-Sprachmodell oder auch die KI-Assistenten wie davor beschrieben. Man kann mit dem Modell in den Austausch gehen und Schritt für Schritt das Ergebnis verbessern.
Visualisierungen aus Texten erstellen: Häufig muss man komplexe Inhalte für die eigenen Mitarbeiter sowie für Kunden und Geschäftspartner transparent darstellen, sodass diese sie schnell erfassen können. Zahlreiche KI-Modelle bieten die Möglichkeit, aus Texten schnell Visualisierungen zu erstellen – und diese sogar an das Corporate Design des Unternehmens anzupassen.
Produktbilder und Werbemittel erstellen: Oft müssen Produktbilder, die im Fotoarchiv gespeichert sind, für Werbezwecke angepasst werden. Einige Beispiele: Produkte sollen freigestellt, also ohne Hintergrund, abgebildet werden. Im Online-Shop sollen die Produktbilder passend zur Jahreszeit geändert werden (z. B. mit verschneiter Umgebung). Oder Fotos müssen so angepasst werden, dass sie sich als Aufdruck auf Werbemitteln eignen. Mit KI-Tools lassen sich solche Änderungen mit aussagekräftigen Prompts und wenigen Klicks ausführen.
automatisiertes, skalierbares Arbeiten mit KI: Welche Effizienzgewinne man mit KI erreichen kann, zeigt sich nach Erfahrung von Stephan Zabel besonders bei der Arbeit mit strukturierten Daten. Beispielsweise mit Tabellen, in denen immer wieder Daten in mehreren Zeilen angepasst werden müssen – etwa Beschreibungen und Übersetzungen von Produkten eines Online-Shops oder Tags für die Suchmaschinen-Optimierung (SEO). Dies lässt sich automatisiert mit KI-Formeln direkt in den Tabellen erledigen. So kann man beispielsweise Produktbeschreibungen automatisiert übersetzen, SEO-Titel generieren oder Werbetexte erstellen – und das für Hunderte von Datensätzen gleichzeitig.
Markt- und Wettbewerbsanalysen erstellen: Bisher war es mit hohem Aufwand verbunden, eine Wettbewerbsanalyse zu erstellen. Die KI eröffnet ebenfalls neue Möglichkeiten, um Produkte oder Geschäftsmodelle regelmäßig mit denen der Wettbewerber zu vergleichen und Anpassungen vorzunehmen.
Zabel nutzt hierfür beispielsweise Perplexity AI Deep Research. Auf Basis einer Deep Research der relevanten Unternehmen lassen sich anschließend mit KI-Agenten Informationen von Wettbewerbern auf den Websites recherchieren, zusammenstellen und übersichtlich vergleichen. Werden die Vergleiche immer wieder angestellt, sind Automatisierungstools wie beispielsweise Zapier, Make und n8n oder Multi-Agenten-Systeme wie openclaw von Nutzen.
Präsentationen automatisch erstellen: Zeitintensiv und aufwändig waren bisher auch Präsentationen für Kunden, Mitarbeiter und andere Zielgruppen. Mit KI-Sprachmodellen lässt sich dies mittlerweile stark beschleunigen, sie erstellen aus Vorlagen fertige Präsentationen.
Wie wird man von KI-Systemen gefunden?
Zabel warnte trotz dieser vielen Vorteile vor dem unreflektierten Einsatz von KI: „Die Technik ist stark, aber sie ersetzt nicht das strategische Denken.“ KI sollte als Unterstützung verstanden werden, nicht als Ersatz für menschliche Expertise. Mitdenken müsse man außerdem, wie sich die Suchmaschinen-Optimierung durch KI verändert. Klassische SEO-Strategien, die stark auf Keywords ausgerichtet sind, werden zunehmend durch sogenannte „Generative Engine Optimization“ (GEO) ergänzt. Ziel ist es nicht mehr nur, in Suchmaschinen gefunden zu werden, sondern auch in den Antworten von KI-Systemen wie Chatbots. Dafür sind vor allem folgende Faktoren entscheidend: hochwertige eigene Inhalte, die auch in der klassischen SEO erfolgreich sind, sowie zusätzlich tiefergehende Inhalte, die Nutzern einen Mehrwert bieten und wirklich konkrete Informationen enthalten. Das heißt, keine oberflächlichen Texte, denn die haben die LLMs sowieso schon in den Trainingsdaten. Auch externe Erwähnungen und eine klare inhaltliche Struktur der Website (z. B. FAQs und Frage-Überschriften) sind förderlich.
Die Inhalte des Unternehmens werden den KI-Nutzern mit höherer Wahrscheinlichkeit empfohlen, wenn sie Erfahrungen, Expertise, Autorität und Vertrauen vermitteln (sogenanntes EEAT-Prinzip: Experience, Expertise, Authority, Trust). Für die GEO ist der Aspekt „Vertrauen“ besonders wichtig: Das kann durch hochwertige, vertrauenswürdige Inhalte und eine sehr gute Reputation geschaffen werden. Außerdem „schätzt“ die KI gut strukturierte Daten und detaillierte Produktinformationen, die Lösungen anbieten, sowie Zitate in Fachartikeln.
Die Erfolgsmessung ist im Vergleich mit dem klassischen Internet allerdings schwieriger. Hier kann man sich mit manuellen Tests behelfen (z. B. mit Tools wie AI Search Grader, Rankscale oder Traqer) oder mit dem Quellen-Tracking in Google Analytics. Auf dieser Basis lassen sich gezielt Maßnahmen ableiten, um die eigene Sichtbarkeit zu verbessern. Der Ansatz ähnelt der klassischen Suchmaschinenoptimierung, wird jedoch stärker durch konkrete Fragestellungen und Nutzerintentionen geprägt. Wichtig ist immer: Datenschutz beachten! Sensible oder personenbezogene Daten dürfen nicht in externe Systeme eingegeben werden. Aber wer nützlichen, gut strukturierten Kontext liefert und Qualität in den Mittelpunkt stellt, wird laut Zabel von den neuen Möglichkeiten der KI für das Marketing stark profitieren.
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