Studie von IHK und Prognos: Außenhandel ist Fundament für Wohlstand in Mittelfranken
Unternehmen reagieren mit Preisanpassungen und Risikomanagement
Der Erfolg auf den Weltmärkten ist kein reines Thema für Großkonzerne. Vielmehr sichert die Exportkraft der Region unmittelbar Arbeitsplätze, Kaufkraft und die finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen vor Ort. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Analyse der IHK Nürnberg für Mittelfranken auf Basis einer neuen Prognos-Studie. Diese hatte das Wirtschaftsinstitut im Auftrag der bayerischen IHKs erstellt.
Dass Mittelfranken tief in die globale Wirtschaft integriert ist, zeigt die Kennzahl der Exportrelevanz von 18,1 Prozent. Das bedeutet: Nahezu jeder fünfte Euro der regionalen Wertschöpfung entsteht durch internationale Handelsbeziehungen. Dies hat direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Rund 189 000 Erwerbstätige im IHK-Bezirk sind in Jobs beschäftigt, die unmittelbar vom Exporterfolg abhängen.
Branchenübergreifendes Netzwerk: „Die Studie betont, dass der Exportmotor weit über die Werkstore der Industrie hinausstrahlt“, so Armin Siegert, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs International. Hinter jedem Erfolg stehe eine enge Verzahnung: Wenn etwa ein Maschinenbauer aus Mittelfranken eine Anlage nach Übersee liefert, profitieren lokale IT-Dienstleister, spezialisierte Ingenieurbüros und die Logistikwirtschaft unmittelbar mit. So sind beispielsweise im hiesigen Handel rund 15 Prozent der Wertschöpfung direkt an Exportaktivitäten gekoppelt.
Beitrag für stabile Finanzen der Kommunen: Ein entscheidender Aspekt der Analyse ist die Bedeutung für die öffentlichen Haushalte. Rund 1,7 Milliarden Euro des regionalen Steueraufkommens (Gewerbe- und Einkommensteuer) sind direkt oder indirekt exportabhängig. „Dies sichert den finanziellen Spielraum für die lokale Infrastruktur – von Schulen bis hin zu Verkehrswegen“, so Siegert.
Schwerpunkte innerhalb Mittelfrankens: Die regionale Analyse macht deutlich, dass jede Teilregion Mittelfrankens mit ihren individuellen Stärken zum Gesamterfolg beiträgt. So treiben in Erlangen und im Landkreis Erlangen-Höchstadt vor allem Hochtechnologie, Forschung und Medizintechnik den Export voran. Die Städte Nürnberg und Fürth bilden zusammen mit den Landkreisen Roth und Nürnberger Land das logistische und serviceorientierte Herzstück der Region und fungieren als zentrale Knotenpunkte für exportstützende Dienstleistungen. Ergänzt wird dieses Gefüge durch die Landkreise Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen, die durch ihre starke industrielle Basis und ihre leistungsfähigen mittelständischen Zulieferstrukturen punkten.
Exportstandort Mittelfranken auf einen Blick:
- 18,1 Prozent Exportrelevanz: Fast jeder fünfte Euro der regionalen Wertschöpfung entsteht durch internationale Handelsbeziehungen.
- 189 000 Arbeitsplätze hängen am Auslandsgeschäft.
- 1,7 Mrd. Euro Steuern generiert die Außenwirtschaft für die Region.
Die IHK Nürnberg für Mittelfranken begleitet Unternehmen aktiv bei der Erschließung internationaler Absatz- und Beschaffungswege. Das breite Angebot reicht von der individuellen Markteinstiegsberatung bis zu vielfältigen Veranstaltungsformaten, die gezielt Information und Networking verknüpfen.
-
Dipl.-Volksw. Armin Siegert
Leiter Geschäftsbereich International | Grundsatzfragen der Außenwirtschafts- und Messepolitik | Ausschüsse
Webcode: N2156