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FachPack

Sicher verpackt

Eine der wichtigsten europäischen Fachmessen für Verpackung ist die „FachPack“ im Nürnberger Messezentrum, auf der sich in diesem Jahr über 1 400 Aussteller vorstellten. Das Spektrum erstreckte sich von der eigentlichen Verpackung über Technik und Veredlung bis zur Logistik.

Der Megatrend der Branche sei die „Minimierung“ in allen Bereichen, erklärte der Fachberater der Messe, Rüdiger Nagel. Damit wolle die Branche dazu beitragen, die Menge an Verpackungsabfällen zu reduzieren.

Unter dem Motto „Genial gestaltet, grün gepackt“ präsentierte u.a. Bayern Design neue Ideen für ein zukunftsweisendes Verpackungsdesign. Bayern Design wird vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert und ist im Freistaat die Plattform für alle Fragen rund um das Thema Design. Laut Geschäftsführerin Dr. Silke Claus ist Nachhaltigkeit eine wesentliche Triebfeder im Design und führt zu Verpackungsinnovationen, die ökologische, ökonomische und soziale Faktoren berücksichtigen. Ein gezeigtes Beispiel war die nachfüllbare Cremedose, durch die der Hersteller Verpackung, Gewicht und Transportkosten einsparen kann. Ein anderes Vorbild ist ein vom Sportartikelhersteller Puma entwickelter Schuhkarton ohne Deckel und Füllmaterial, der in der Stofftasche „Clever Little Bag“ steckt und damit eine Plastiktüte verzichtbar macht. Gezeigt wurde auch ein Getränkekarton mit ausklappbarem Griff und innenliegendem Foliensack, der sich mit drei Litern Saft füllen lässt. Das Getränk wird vor Luft abgeschirmt und bleibt drei Monate frisch.

Viele Hersteller setzen in der Kunststoffproduktion zunehmend auf recycelte Materialien. Bei der Pril-Spülflasche liegt der Anteil bereits bei einem Viertel, bei der Mineralwasserflasche von Volvic bei mehr als einem Drittel. Ein anderer Getränkeabfüller verzichtet darauf, seine Flaschen in Folie einzuschweißen. Stattdessen werden sie untereinander zu einem Block verbunden, wobei sich die Flaschen leicht einzeln – wie bei einer Tafel Schokolade – herausbrechen lassen. Pro Tragepack spare der Hersteller 14 Gramm Folie ein. „Das ist an sich nicht viel, summiert sich aber bei einem vollen Lkw“, erläuterte Nagel.

Die Hersteller von Verpackungsmaschinen zeigten auf der FachPack u.a. Lösungen, die sich speziell für die Anforderungen des Online-Handels eignen. So waren Maschinen zu sehen, die unsortierte Waren unterschiedlicher Größen – vom Schuh bis zum Anzug – versandfertig verpacken können. Die 300 deutschen Verpackungsmaschinenhersteller mit etwa 28 000 Mitarbeitern steigerten 2010 ihren Produktionswert um zehn Prozent auf 5,6 Mrd. Euro. Die deutschen Verpackungshersteller mussten dagegen 2012 ein Umsatzminus von einem Prozent auf 31,8 Mrd. Euro hinnehmen.

 

Autor: 
tt.
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 11|2013, Seite 71

 
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