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Küchen Quelle

Gewinnzone soll wieder erreicht werden

Küchen Quelle © Thomas Tjiang

Das Geschäftsführer-Duo der Küchen Quelle: Andreas Rode (l.) und Daniel Haberkorn.

Die Nürnberger Küchen Quelle GmbH will mit einem Strategieschwenk wieder zurück in die Gewinnzone kommen.

Statt den bisherigen Multikanalvertrieb mit bundesweit 13 Standorten fortzusetzen, werde die Präsenz auf das Küchenstudio in Nürnberg und die Standorte in Berlin und Freiburg reduziert. Seit der zweiten Jahreshälfte 2020 wird im Direktvertrieb eine sogenannte Mixed-Reality-Brille eingesetzt. Damit können Kunden in ihrer heimischen Küche die Planungen unmittelbar im Raum sehen, Schränke und Schubladen lassen sich virtuell öffnen. Der Berater kann Küchenelemente wunschgemäß verändern oder hinzufügen. Diese Option der Planung ist laut Unternehmen bislang einzigartig auf dem deutschen Küchenmarkt. „Wir transformieren von einem Traditions- zu einem Digitalunternehmen“, so Geschäftsführer Andreas Rode.

Der 1978 vom Versandhaus Quelle gegründete Küchenbauer hat in den Jahren 2018 und 2019 hohe Verluste eingefahren. Hinzu kamen im letzten Jahr Probleme bei der IT-Umstellung aller Systeme, bei der Bestelldaten verloren gegangen sind. Erst zum Jahresende hatte das Unternehmen die Folgen wieder im Griff. Der Berg an Bestellungen sei bis in dieses Jahr abgearbeitet worden, bis der Corona-Lockdown wieder bremste. Zwar werden auch in diesem Jahr noch Verluste auflaufen, allerdings deutlich weniger. 2019 konnte Küchen Quelle trotz eines Umsatzplus von 15 Prozent auf 95 Mio. Euro keinen Gewinn erwirtschaften. Für das laufende Corona-Jahr wird ein stabiler Umsatz erwartet. Die Rückkehr in die Gewinnzone soll 2021 geschafft werden.

Laut Marktforschung genießt Küchen Quelle einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Jahr für Jahr besuchen 130 Verkaufsberater rund 24 000 Haushalte, verkauft werden rund 12 000 Küchen. Ziel sei ein profitabler, stabiler Wachstumskurs. Neben dem Fokus auf den Direktvertrieb soll eine angepasste Organisations- und Kostenstruktur für mehr Effizienz und Kundenorientierung sorgen. Dazu soll auch ein neuer Verwaltungsstandort im Hansapark unter dem Fernsehturm beitragen, an dem nun alle Nürnberger Mitarbeiter gebündelt arbeiten können. Insgesamt ist die Zahl der Mitarbeiter im laufenden Jahr um rund 30 auf 300 Beschäftigte gesunken, der Vertrieb blieb davon unberührt.

Küchen Quelle wurde 2009 durch vier fränkische Investoren vom insolventen Mutterkonzern übernommen und weitergeführt. Drei Jahre später übernahm das Berliner Start-up Kiveda das Traditionsunternehmen, um deren digitalen Direktvertrieb mit der individuellen Kundenberatung zusammenzuführen. Seit letztem Jahr sind der Kiveda-Investor EMH Partners und Holtzbrinck Ventures Adviser, beide mit Sitz in München, sowie Crosslantic Capital Management in Düsseldorf Gesellschafter des Nürnberger Unternehmens.

Autor: 

(tt.)

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 10|2020, Seite 87

 
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