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Simba-Dickie

Umsatzziel wegen Corona verpasst

Simba-Dickie © Thomas Tjiang

Die Geschäftsführer Michael (l.) und Florian Sieber.

Durch die Corona-Pandemie hat die Fürther Simba-Dickie-Gruppe ihr selbstgestecktes Umsatzziel von 725 Mio. Euro verpasst.

Immerhin stieg der Gesamtumsatz des Familienunternehmens um 1,8 Prozent auf 715 Mio. Euro. Das lag insbesondere an besseren Verkäufen im Kernmarkt Deutschland, in den USA sowie insbesondere in den Benelux-Ländern. Dagegen musste beispielsweise die Produktion der französischen Marke Smoby Corona-bedingt für mehrere Wochen geschlossen werden. Auch der Verkauf in Ländern wie Spanien, Polen, Südafrika, Indien sowie im Nahen Osten litt deutlich unter der Pandemie. "2020 hat den Alltag auf den Kopf gestellt", sagte Geschäftsführer Florian Sieber beim digitalen Pressegespräch.

Sieber sah das Geschäft auch durch Insolvenzen in der Handelsbranche belastet. Das führe mit dazu, dass die Verbraucher den Spielzeugkauf weiter zu digitalen Plattformen verschieben. Die Simba-Dickie-Gruppe selbst halte den eigenen E-Commerce auf kleiner Flamme, um den Spielzeughändlern nicht in die Quere zu kommen. Dafür werde das Marketing in Richtung Endkunden auch über diverse Social-Media-Kanäle intensiv ausgebaut. "Man muss nicht nur im Internet gefunden, man muss auch gesucht werden", gab Sieber die Marschrichtung vor.

Im vergangenen Jahr hat sich das Familienunternehmen mit einem maßgeblichen Anteil an der niederländischen Dutch Toys Group beteiligt, die Outdoor-Spielwaren unter der Marke Exit Toys produziert. Für Sieber ist das Engagement wegen deren Expertise im sogenannten "Dropshipping" (Streckengeschäft) attraktiv: Verbraucher können dabei stationär in Läden, Baumärkten oder in den Online-Shops der Händler bestellen, werden aber direkt von der Dutch Toys Group beliefert. Hier scheint auch Simba Dickie ein Zukunftsmodell zu sehen. Denn 2020 investierten die Fürther in weitere 13 000 Palettenstellplätze im vollautomatischen Hochregallager in Sonneberg.

Den Anteil des Auslandsgeschäfts bezifferte Finanzchef Manfred Duschl mit 75 Prozent. Die Ertragslage sei unverändert zum Vorjahr und "sehr solide". Die Zahl der Beschäftigten sank weltweit um 140 auf 2 950. Von den rund 800 Beschäftigten in Deutschland arbeiten mehr als 400 in Fürth und Burghaslach. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein stabiler Umsatz erwartet.

Florian Sieber ist auch Geschäftsführer des Modellbahn-Herstellers Märklin. Dort habe Corona trotz guter Auftragslage das Geschäft ausgebremst, weil das Zulieferwerk in Ungarn zeitweise geschlossen werden musste. Sieber hofft nun auf ein leichtes Umsatzplus auf 113 Mio. Euro für die drei Marken Märklin, Lehmann und Trix.

Autor: 

tt.

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 02|2021, Seite 69

 
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