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Bayerisches Wirtschaftsarchiv: Der Funke springt über

Erschienen am 27.04.2026

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne. So auch 1879 auf der Berliner Gewerbeausstellung: Dort präsentierte Werner von Siemens die weltweit erste elektrische Straßenbahn, die in den kommenden Jahren die bis dahin gebräuchlichen Pferdewagen ablöste. Einige Jahre später unternahm der Coburger Unternehmer Andreas Flocken 1888 seine erste Fahrt mit seinem Elektroauto von Coburg in das nahegelegene Redwitz an der Rodach und erregte mit dieser bis dahin ungewohnten Art der Fortbewegung einiges Aufsehen.

Die Skepsis in der Bevölkerung gegenüber der neuen Energieform war zunächst groß und konnte erst im Verlauf einiger Jahre zunehmend abgebaut werden; das Interesse daran stieg kontinuierlich an. Etwa seit den 1880er Jahren entstanden im gesamten Deutschen Reich immer mehr Kraftzentralen, die Unternehmen oder Ortschaften mit Strom für Beleuchtung und Elektromotoren versorgten. Ein weiterer zentraler Meilenstein war die verlustarme Übertragung elektrischer Energie über größere Distanzen mithilfe von Wechselstrom, die erst die wirtschaftliche Versorgung weitläufiger Gebiete ermöglichte.

Zunächst verlief dieser Ausbau weitgehend abseits staatlicher Kontrolle oder Steuerung. Erst im weiteren Verlauf der Entwicklung entstanden gesetzliche Regelungen und zuständige Behörden. In Bayern nahm die Abteilung für Wasserkraftausnützung ab 1908 eine systematische Erfassung aller bayerischen Wasserkräfte vor. Diese wurden auch im Hinblick auf mögliche zukünftige Wasserkraftprojekte bewertet. In der Folge entstanden Überlandwerke, deren Ziel es war, eine überregionale und zunehmend flächendeckende Stromversorgung in Bayern sicherzustellen.

In diesem Umfeld wuchs und professionalisierte sich die Elektrobranche zunehmend. Es etablierten sich große und bekannte Namen wie Siemens oder AEG, die zu diesem Zeitpunkt international führend waren. Auch in Bayern entstanden einzelne Zentren der Elektroindustrie. In Nürnberg entwickelte sich beispielsweise seit 1885 Schuckert & Co. zu einem wichtigen Akteur der aufstrebenden Branche. Ab 1911 kam die Großkraftwerk Franken AG hinzu, die ganz Mittelfranken mit Strom versorgte.

Das Bayerische Wirtschaftsarchiv verfügt über eine Reihe von Beständen zu Stromerzeugern. In diesen Beständen sind unterschiedliche Quellengattungen enthalten, die das Wirken der Unternehmen dokumentieren.

Webcode: N2132