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Bayerisches Wirtschaftsarchiv: Firmenfestschriften als historische Quelle

Erschienen am 06.04.2026

Ob 25, 50 oder gar 100 Jahre: Jubiläen sind meist ein Anlass zum Feiern. Was in der privaten Lebenswelt gilt, trifft ebenso auf Unternehmen zu, die bedeutende Firmenjubiläen gerne mit einer eigenen Chronik begehen. Solche Firmenfestschriften dienen jedoch nicht nur der festlichen Selbstdarstellung, sondern sind zugleich ein wichtiges Instrument, um die Unternehmensgeschichte intern zu dokumentieren und nach außen zu kommunizieren.

Im Bayerischen Wirtschaftsarchiv befinden sich mehr als 5.600 Firmenschriften und Publikationen zu Unternehmen, die einen wertvollen Quellenbestand darstellen. Neben bayerischen Unternehmen umfasst der Bestand auch Schriften außerbayerischer Firmen. Die Bandbreite ist ebenso vielfältig wie die Qualität der Festschriften, die von wissenschaftlichen Fachpublikationen bis hin zur klassischen Werbebroschüre reicht.

Dennoch verfolgen alle Firmenschriften dasselbe Ziel: die Präsentation der eigenen Geschichte. Zeittypische Gestaltungsmerkmale sind dabei ebenso präsent wie eine kritische – oder auch unkritische – Reflexion der Unternehmensentwicklung. Meist reich bebildert bieten Festschriften einen informativen Einstieg in die jeweilige Firmengeschichte und verraten bereits durch ihre Aufmachung viel über das Unternehmen. Teilweise sind sie zudem die einzigen Publikationen über ein Unternehmen oder sie enthalten Bild  und Kartenmaterial, das an anderer Stelle nicht überliefert ist.

Im Bestand des BWA finden sich Publikationen international agierender Unternehmen wie der oberbayerischen Firma Steinbeis (Holding GmbH) oder der mittelfränkischen geobra Brandstätter GmbH & Co. KG, berühmt für ihre Spielwarenmarke Playmobil, ebenso wie Festschriften kleinerer Betriebe wie der Münchner Firma Tapeten Fischer, die 2025 ihr 200. Jubiläum feierte. Auch vertreten sind bereits verschwundene Unternehmen wie etwa die 2002 stillgelegte Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte AG aus Sulzbach-Rosenberg.

Autor: Benedikt Martin Ertl, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bayerischen Wirtschaftsarchivs

Webcode: N2117