Sitzung des IHK-Gremiums Erlangen: Wirtschaft trifft Wissenschaft
Mit einer Sitzung am Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts setzte das IHK-Gremium Erlangen am 29. April seine „Wissenschaftsreise 2026“ fort. Nach der Begrüßung durch den Gremiumsvorsitzenden Johannes Hofmann und Gastgeber Prof. Dr. Florian Marquardt erhielten die Mitglieder bei einem Rundgang eindrucksvolle Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten des Instituts – von photonischen Systemen und Quantentechnologien bis hin zu Anwendungen für Kommunikation, Sensorik und Medizintechnik. Ein besonderes Highlight war der Besuch eines Labors, in dem Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt erreicht werden.
Im anschließenden Sitzungsteil stellte Marcus Seitz, neuer Leiter des IHK‑Geschäftsbereichs Innovation | Umwelt, die aktuellen innovations- und transformationstreibenden Schwerpunkte der IHK vor. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Forschungsergebnisse schneller in konkrete wirtschaftliche Anwendungen überführt und insbesondere kleine und mittlere Unternehmen besser erreicht werden können.
Einsatz für ein Technologietransferzentrum in Erlangen-Höchstadt
Genau an dieser Schnittstelle setzt das geplante Technologietransferzentrum (TTZ) Digitale Transformation an: Schon seit Längerem wird die Einrichtung eines solchen Technologietransferzentrums als leicht zugängliches, regionales Unterstützungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen diskutiert. Mit dem Start einer neuen bayerischen Förderrunde erhält dieses Vorhaben nun zusätzlichen Rückenwind: Der Landkreis Erlangen‑Höchstadt bewirbt sich aktiv um den Zuschlag als Standort für das TTZ, dessen Trägerschaft von der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm übernommen werden soll.
Das Gremium informierte sich zum Stand der Antragstellung und zum Konzept der TH Nürnberg für das TTZ, das als niedrigschwellige Anlaufstelle Unternehmen ohne eigene Forschungsabteilungen beim digitalen Wandel unterstützen und wissenschaftliches Know-how praxisnah verfügbar machen soll.
Inhaltlich soll das TTZ den Schwerpunkt Digitale Transformation in drei Ausprägungen bearbeiten:
- Digitale Technologien wie KI‑gestützte Anwendungen, Automatisierung, intelligente Sensorik und multimodales Wissensmanagement;
- Digitale Geschäftsprozesse mit Fokus auf effiziente Workflows, datenbasierte Services und neue Geschäftsmodelle;
- sowie Digitale Souveränität, die Software Engineering, IT‑Sicherheit und digitale Resilienz für unabhängige und sichere IT‑Lösungen umfasst. Ergänzt werden sollen die Angebote durch gemeinsame Entwicklungsprojekte, Prototypenbau, Schulungen, Workshops und Netzwerktreffen.
Besondere Bedeutung kommt den Letters of Intent (LOI) zu, mit denen Unternehmen und Institutionen ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem TTZ erklären. Sie sind ein zentrales Element des Förderantrags und ein starkes Signal für den konkreten Bedarf aus der regionalen Wirtschaft. Im Rahmen des Jahresempfangs 2026 des IHK-Gremiums Erlangen übergaben Gremiumsmitglied Thomas Roßner (imbus AG) und Geschäftsstellenleiter Knut Harmsen bereits eine erste solche Absichtserklärung an die Gabriele Klaußner, stellvertredende Landrätin im Landkreis Erlangen-Höchstadt.
Die Diskussion im Gremium machte deutlich: Das TTZ bietet eine große Chance, den Innovations- und Technologietransfer im Landkreis Erlangen‑Höchstadt nachhaltig zu stärken, Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und neue Impulse für Beschäftigung und Wertschöpfung zu setzen. Der Besuch am Max-Planck-Institut unterstrich dabei eindrucksvoll, welches Potenzial im engen Schulterschluss von Wissenschaft, Wirtschaft und Region liegt.
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Dipl.-Inf. (univ.) Knut Harmsen
Leiter der IHK-Geschäftsstelle Erlangen
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