IHK-Informationen: Außenwirtschaft Aktuell 02|2026
Umfrage: Ihre Einschätzung zum Auslandsgeschäft zählt!
Die täglichen Herausforderungen im internationalen Geschäft kennen Sie aus erster Hand. Gerade deshalb ist uns Ihre Einschätzung so wichtig. Zunehmende Handelsbarrieren, geopolitische Risiken und eine schleppende konjunkturelle Entwicklung erschweren das deutsche Auslandsgeschäft. Immer häufiger werden Unternehmen mit Bürokratie bei der Abwicklung ihrer internationalen Geschäfte konfrontiert.
Um gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit Sensibilität für diese Herausforderungen im Auslandsgeschäft zu schaffen, führen die Industrie- und Handelskammern (IHKs) eine Umfrage zum Auslandsgeschäft durch. Mit Ihren Antworten setzen wir uns gegenüber der Politik dafür ein, dass Hemmnisse im Außenhandel beseitigt werden.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie sich bis zum 13. Februar 2026 etwa fünf Minuten Zeit nehmen, um den Online-Fragebogen zu beantworten.
Sie finden den Online-Fragebogen hier: Link zum Fragebogen
Falls nach Klick des Links anstelle des Fragebogens eine Anmelde-Seite erscheint, geben Sie bitte Ihre Zugangsdaten ein: 158N
Die Befragung ist anonym, die erhobenen Daten werden nicht namentlich gespeichert.
Die Gesamtergebnisse der Befragung werden von der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) veröffentlicht.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Quelle: DIHK
EU: EuGH soll Vereinbarkeit Mercosur Abkommen mit EU-Verträgen prüfen
https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/B-10-2026-0060_EN.html
Quelle: DIHK
Rumänien: Neue steuerliche Regeln für Firmen
Die Änderungen betreffen nicht nur das Steuerrecht, sondern auch das Gesellschafts- und Insolvenzrecht. Unternehmen sollten sich auf neue Pflichten in 2026 vorbereiten.
Die rumänische Regierung hat die zweite Phase zur Reduzierung des Haushaltsdefizites eingeleitet. Das zweite Steuerpaket aus 2025 bringt zusätzliche steuerliche Verpflichtungen, erhöht die Transparenz und soll die Unternehmerdisziplin stärken.
Die Regelungen des Gesetzes Nr. 239/2025 traten überwiegend am 1. Januar 2026 in Kraft. Einige der Bestimmungen gelten bereits seit dem 18. Dezember 2025.
Neue Steuerverfahrensregeln – Bürgschaftspflicht
Für Stundungen von Steuerverbindlichkeiten gilt künftig eine Bürgschaftspflicht. Zudem wird die Zahlungsfrist von 90 auf 60 Tage verkürzt. Gleichzeitig wird eine vereinfachte Ratenzahlung für Schulden mit einer Höchstgrenze bis 400.000 Lei für Unternehmen eingeführt.
Pflicht zur Kontoeröffnung
Alle juristischen Personen sind verpflichtet ein Bank- und Schatzamtskonto (Cont de Trezorerie) in Rumänien für die gesamte Dauer ihrer Geschäftstätigkeit zu eröffnen. Dies gilt nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Zweigstellen oder Betriebsstätten. Sie müssen innerhalb von 60 Tagen nach der Gründung ein Konto eröffnen. Andernfalls drohen Bußgelder zwischen 3.000 und 10.000 Lei.
Zudem führt das Fehlen eines Kontos zur steuerlichen Inaktivität, was weitere Konsequenzen wie die Auflösung der Gesellschaft nach sich ziehen kann.
Außerdem werden alle Händler und Dienstleister ab 2026 verpflichtet Kartenzahlungen zu akzeptieren. Die bisherige Schwelle von 50.000 Lei entfällt.
Hinweis: Das Schatzamtskonto ist ein Teil des einheitlichen Zahlungssystems der Staatskasse, das vom Ministerium der Finanzen (Ministerul Finanțelor) betrieben wird. Hierüber wird der tägliche Zahlungsverkehr des Staates elektronisch abgewickelt.
Erhöhung des Mindeststammkapitals
Für Gesellschaften mit beschränkter Haftung (SRL) wird das Mindeststammkapital angehoben:
- Neugründungen müssen künftig 500 Lei einbringen;
- Bestehende SRL mit einem Jahresumsatz von mehr als 400.000 Lei müssen ihr Mindeststammkapital auf mindestens 5.000 Lei erhöhen.
Die Anpassung muss bis zum Ende des Geschäftsjahres, maximal innerhalb von zwei Jahren, erfolgen. Firmen, die die Kapitalerhöhung im Handelsregister bis zum 31. Dezember 2026 veröffentlichen, profitieren dabei von einer Gebührenermäßigungen um 50 Prozent.
Spanien: Gutes Investitionsumfeld für ausländische Unternehmen
Spanien punktet bei Investoren mit einer hervorragend ausgebauten Infrastruktur, sowohl im Verkehrsnetz als auch in der digitalen Anbindung. Die breite industrielle Basis des Landes sorgt zudem für eine starke Zulieferlandschaft. Aufgrund der Landesgröße und der teilweise dünnen Besiedlung stehen zudem verhältnismäßig viele Freiflächen zur Verfügung. Somit sind die Bedingungen zum Beispiel für größere Wind- oder Solarparks besser als in vielen anderen Ländern. Die gewerblichen Strompreise liegen unter dem EU-Durchschnitt.
Autonome Gemeinschaften und Gemeinden mit eigenen Regeln
Da der Zentralstaat, die 17 Autonomen Gemeinschaften und selbst die Gemeinden eigene Regelwerke anwenden, können Entscheidungsprozesse mitunter komplex werden und sich deutlich verzögern. Auch das Zusammenspiel der Verwaltungsebenen zum Beispiel beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität ist nicht immer gut.
Gesetzes- und Reformvorhaben der nationalen Regierung unter Ministerpräsident Pedro Sánchez haben es zunehmend schwer, Mehrheiten im Parlament zu finden. Die aktuelle Regierung stützt sich auf mehrere Parteien und einzelne Abgeordnete. Neben den Sozialisten und dem Linksbündnis sind die bürgerlichen und linken Separatisten sowohl aus Katalonien als auch aus dem Baskenland unverzichtbar. Im Oktober 2025 hatte die katalanische Regionalpartei "Junts per Catalunya" offiziell ihre Zusammenarbeit als Koalitionspartner aufgekündigt. In Katalonien wird über den Anteil der spanischen und katalanischen Sprache im Bildungssystem und im Wirtschaftsleben gerungen.
Spanisch dominiert als Landessprache das Wirtschaftsleben sehr stark. Fremdsprachenkenntnisse sind hingegen sehr unterschiedlich verbreitet. Tendenziell sprechen jüngere Menschen besser Englisch als ältere.
Deutschland unter den Top-Direktinvestoren
Laut den neuesten verfügbaren Zahlen flossen 2024 die meisten ausländischen Direktinvestitionen in Spanien in den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (24 Prozent). Auf den Energiesektor und das verarbeitende Gewerbe entfielen jeweils 14 Prozent. Ausländische Investitionen in den Immobiliensektor (5 Prozent) dürften im Jahr 2025 eine größere Rolle gespielt haben, da die Nachfrage im Wohnungsbereich und im Tourismus zugenommen hat. Bei den Herkunftsländern der Investitionen belegte Deutschland den 4. Platz, nach dem Vereinigten Königreich, den USA und Frankreich.
Gutes Investitionsumfeld für ausländische Unternehmen
Der Wert ausländischer Direktinvestitionen in Spanien betrug Ende 2024 insgesamt 594 Milliarden Euro. Auch deutsche Unternehmen sind seit vielen Jahren am Standort vertreten.
Quelle und ausführlicher Bericht: gtai bzw. lesen Sie auch den Bericht über unsere Veranstaltung „Marktchancen Iberische Halbinsel“.
USA: Deutsche Importe brechen ein
Die Zollpolitik der US-Regierung hinterlässt tiefe Spuren in der deutschen Wirtschaft. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, schwächten sich die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und den USA im Jahr 2025 massiv ab. Von Januar bis November exportierte die deutsche Industrie Waren im Wert von rund 135,8 Mrd Euro in die USA. Dies entspricht einem Rückgang von 9,4% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem noch Güter für 149,9 Mrd Euro über den Atlantik verschifft wurden.
Im Gegensatz dazu stiegen die Importe aus den USA um 2,2% auf 86,9 Mrd Euro an. Die Kombination aus sinkenden Exporten und leicht steigenden Importen führte dazu, dass der deutsche Handelsbilanzüberschuss mit den USA deutlich einbrach. Er fiel um 24,6% auf 48,9 Mrd Euro - der niedrigste Stand seit dem Pandemiejahr 2021. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 lag der Überschuss im selben Zeitraum noch bei einem Rekordwert von 64,8 Mrd Euro.
Dennoch bleiben die USA das Land, mit dem Deutschland den weltweit größten Außenhandelsüberschuss erzielt. Während das US-Geschäft zweistellige Rückgänge verzeichnete, hielt sich der gesamte deutsche Außenhandel stabil. Die gesamten Exporte stiegen von Januar bis November um 0,5% auf 1.444,3 Mrd Euro. Die gesamten Importe nach Deutschland legten im selben Zeitraum um 4,2% auf 1.260,8 Mrd Euro zu.
Besonders hart traf es die deutschen Schlüsselindustrien: Die Exporte von Kraftwagen und Fahrzeugteilen in die USA brachen um 17,5% auf 26,9 Mrd Euro ein. Im Maschinenbau verzeichneten die Unternehmen ein Minus von 9,0% auf 24,1 Mrd Euro. Einzig die pharmazeutischen Erzeugnisse konnten sich dem Trend entziehen und verzeichneten ein leichtes Plus von 0,7% auf 26,2 Mrd Euro.
Quelle: NfA
EU:Freihandelsabkommen mit Indien geschlossen
Abgaben auf mehr als 90% der EU-Waren werden gesenkt oder entfallen. Die Europäische Union und Indien haben den Abschluss eines Freihandelsabkommens bekannt gegeben. Mit dem Vertrag wird ein neuer Markt für europäische Autos und andere Erzeugnisse geöffnet. Das Abkommen soll fast 2 Mrd Verbraucher in den beiden Wirtschaftsräumen miteinander verbinden und ist damit, gemessen an der Bevölkerungszahl, das größte Freihandelsabkommen, das die EU je abgeschlossen hat. Es ist das jüngste Beispiel dafür, dass Handelspartner versuchen, ihre Abhängigkeit von Amerika durch den Ausbau der Beziehungen zu anderen Märkten zu verringern. Die EU hatte Anfang des Monats ein Freihandelsabkommen mit vier südamerikanischen Ländern unterzeichnet, die die Mercosur-Zollunion begründet haben - im vergangenen Jahr kündigte sie ein Handels- und Investitionsabkommen mit Indonesien an.
Großbritannien hat im vergangenen Jahr ein eigenes Handelsabkommen mit Indien bekannt gegeben, ein bestehendes Abkommen mit Südkorea aktualisiert und einen Handels- und Sicherheitspakt mit der EU geschlossen.
Wirtschaftliche Auswirkungen und Zollabbau
Durch das EU-Indien-Abkommen sollen nach Angaben der EU Zölle für mehr als 90% der europäischen Waren abgeschafft oder gesenkt werden. Dies dürfte zu Einsparungen in Höhe von etwa 4,8 Mrd Dollar pro Jahr führen. Die Zölle auf europäische Autos sollen schrittweise von derzeit 110 auf 10% sinken, wobei die Verringerung für maximal 250.000 Fahrzeuge pro Jahr gelten.
Die indischen Abgaben auf Maschinen, Chemikalien und Pharmazeutika sollen ebenfalls größtenteils abgeschafft werden, und die Zölle auf wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse werden reduziert oder gestrichen, so die EU.
Indien habe lange Zeit protektionistische Abgaben aufrechterhalten und "baut nun wirklich einige Handelshemmnisse ab", sagte Jacob Kirkegaard, Ökonom am Peterson-Institute-for-International-Economics. Dies könne im Vergleich zu den typischen Freihandelsabkommen der Union zu größeren Auswirkungen für europäische Exporteure führen.
Die Vereinbarung ist auch für Indien von Bedeutung, das von den USA im Jahr 2025 mit Zöllen in Höhe von 50% belegt wurde - einer der höchsten Sätze, die gegenüber Washingtons Handelspartnern angewandt werden. Der indische Premierminister Narendra Modi sagte, das Abkommen mit Europa werde "das Vertrauen jedes Unternehmens und jedes Investors in Indien stärken".
Der Vertrag umfasst ein Viertel der Weltwirtschaft und wird der indischen Textil-, Schmuck- und Lederindustrie zugutekommen, erklärte Modi. Er werde das Freihandelsabkommen des Landes mit Großbritannien ergänzen und dazu beitragen, die globalen Lieferketten abzusichern.
Indien, das Prognosen zufolge in diesem Jahr die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt werden dürfte, ist gegenüber den Forderungen der USA, seine Märkte für Milchprodukte und Ethanol zu öffnen, hart geblieben. Die Wirtschaft ist weniger von Exporten abhängig als Länder wie Japan und Südkorea, was es Neu-Delhi ermöglichte, in den Verhandlungen mit Washington die Stellung zu halten.
Die EU ist Indiens größter Handelspartner für Waren, wobei der beidseitige Handel im vergangenen Geschäftsjahr nach indischen Handelsdaten 136 Mrd US-Dollar erreichte. Auf das südasiatische Land entfielen im Jahr 2024 laut Angaben des Blocks etwa 2% des gesamten Warenhandels der Union. Europäische Beamte erklärten, dass sich die EU-Exporte nach Indien infolge des Handelsabkommens gegenüber dem aktuellen Stand verdoppeln könnten.
Das Abkommen können Sie hier nachlesen: https://policy.trade.ec.europa.eu/eu-trade-relationships-country-and-region/countries-and-regions/india/eu-india-agreements_en
Quelle: NfA
Türkei: Neue Bekanntmachung 2026/32 zum Import von Maschinen
Webcode: N1943