Krise in Nahost trifft mittelfränkische Wirtschaft: Steigende Kosten und mögliche Lieferengpässe
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten belasten die Unternehmen in Deutschland zunehmend: Eine aktuelle DIHK-Blitzumfrage (www.dihk.de) unter 2.400 Betrieben zeigt: 83 Prozent der Unternehmen spüren bereits negative Auswirkungen auf ihr Geschäft.
Die Ergebnisse der bundesweiten Umfrage gelten natürlich auch für den Wirtschaftsstandort Mittelfranken – Sitz zahlreicher international agierender Logistiker und Industriebetriebe – und sind laut IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann sind die Ergebnisse ein „deutliches Warnsignal“.
Die größten Belastungsfaktoren im Überblick
- Logistik & Energie: 73 Prozent berichten von höheren Fracht- und Transportkosten. 71 Prozent sehen sich durch steigende Energiekosten unter Druck gesetzt.
- Rohstoffe: Für 58 Prozent der Befragten verteuern sich Rohstoffe und Materialien spürbar. Besonders betroffen sind Kunststoffe, Chemie-Rohstoffe und elektronische Bauteile.
- Nachfragerückgang: Fast jedes zweite Unternehmen (46 Prozent) meldet bereits jetzt schwächelnde Auftragszahlen.
Unternehmen gehen ins Risikomanagement
Um den massiven Kostensteigerungen zu begegnen, reagiert die Wirtschaft laut Umfrage mit Anpassungen: Die Hälfte der Betriebe gibt den Druck über Preiserhöhungen weiter. Zudem verstärken 43 Prozent ihr Risikomanagement, erhöhen die Lagerhaltung oder passen ihre Lieferketten an, um unabhängiger von internationalen Krisenherden zu werden.
Die Umfrage zeigt deutlich, wie verletzlich viele Betriebe aktuell sind. Steigende Kosten, unsichere Lieferketten und eine nachlassende Nachfrage treffen fast alle Unternehmen in allen Branchen. In einer solchen Lage helfen keine Maßnahmen, die nur auf dem Papier entlasten. Nötig sind verlässliche Rahmenbedingungen und Kostensenkungen, die für alle Betriebe wirken und Investitionen wieder möglich machen.
Informationen zur aktuellen Lage
Hinweis: Die Lage ist dynamisch und kann sich kurzfristig ändern. Unternehmen sollten ihre Annahmen zu Transport, Personal, Versorgung und Kosten regelmäßig überprüfen und neue Entwicklungen eng verfolgen. Diese Informationen wurden vom Außenwirtschaftsportal Bayern (BIHK Service GmbH) zusammengestellt, dass die Informationen für Unternehmen regelmäßig aktualisiert:
„Fokusthema Lage im Nahen Osten: Hinweise für deutsche Unternehmen“ (weltweit-erfolgreich.de)
- Die Straße von Hormus, ein zentraler Engpass für einen erheblichen Teil des weltweiten Öltransports, ist gesperrt. Eine mögliche Öffnung ist Gegenstand politischer und militärischer Entwicklungen.
- In der Golfregion kommt es zu Einschränkungen im Hafenbetrieb, was Abläufe in der Seefracht beeinträchtigen kann. Mehrere große Reedereien bedienen Teile der Golfregion nicht mehr direkt oder verlegen Routen um das Kap der Guten Hoffnung. Dies bedeutet längere Transportzeiten und eine geringere Planbarkeit für Unternehmen. In der Containerschifffahrt steigen Konflikt-, Notfall- und Kriegsrisikozuschläge, insbesondere im Persischen Golf. Dadurch erhöhen sich die Transportkosten. Besonders betroffen von Einschränkungen im Schiffsverkehr sind Öl- und Gaslieferungen. Neue Lieferverträge können sich deutlich verteuern.
- Teile der globalen Luftfrachtkapazitäten stehen nicht zur Verfügung. Dies kann zu Verzögerungen und Rückstaus im internationalen Warenverkehr führen.
- Die großen Handelsrouten zwischen Asien, Europa und den USA sind bislang nur eingeschränkt betroffen. Spürbare Engpässe im Einzelhandel sind nicht zwingend, können aber nicht ausgeschlossen werden.
- Höhere Energiepreise erhöhen das Risiko langfristiger Belastungen, insbesondere für energieintensive Unternehmen. Preisbewegungen bei Öl wirken sich schnell auf Unternehmens- und Verbraucherpreise aus.
Informations- und Unterstützungsangebote für Unternehmen
Die Deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) in der Region sind wichtige Ansprechpartner für betroffene Unternehmen. Sie leisten auch Unterstützung bei der Ausreise von Mitarbeitenden in den betroffenen Regionen. Zu den AHKs vor Ort gehören:
- Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer (vae.ahk.de)
- Delegation der Deutschen Wirtschaft in Saudi-Arabien, Bahrain & Yemen (saudiarabien.ahk.de)
- Deutsch-Israelische Industrie- und Handelskammer (israel.ahk.de)
Für Sicherheitsinformationen und Krisenvorsorge bieten die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts sowie die Krisenvorsorgeliste ELEFAND (krisenvorsorgeliste.diplo.de) eine wichtige Orientierung.
Informationen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK)
Webcode: N2131