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Neue Prognos-Studie zur Transportinfrastruktur für CO₂ in Deutschland

Erschienen am 22.09.2026

Die Studie untersucht den zukünftigen Bedarf an Transportinfrastruktur für abgeschiedenes Kohlendioxid (CO₂) in Deutschland. Im Fokus stehen insbesondere Zement- und Kalkwerke sowie Anlagen der thermischen Abfallbehandlung. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass der Aufbau eines flächendeckenden CO₂-Pipelinenetzes für viele Industriestandorte nicht rechtzeitig erfolgen wird und daher auf multimodale Transportlösungen angewiesen ist.

Die Prognos-Studie im Auftrag der Carbon Management Allianz zeigt: Für viele Industrieanlagen werden CO₂-Abscheidung sowie Transport und Speicherung künftig unverzichtbar sein. Der Bedarf an CO₂-Transport könnte von rund fünf Mio. Tonnen pro Jahr in den frühen 2030er Jahren auf mehr als 30 Mio. Tonnen langfristig ansteigen. Die Studie betrachtet zwei mögliche Entwicklungspfade:

  1. CO₂-Kernnetz (Pipelinefokus):
    Aufbau eines möglichst frühzeitigen Pipelinenetzes mit Ausgangspunkt im Rhein-Ruhr-Raum und Anbindung an den Rotterdamer Hafen über den Delta-Rhein-Korridor. Das Netz soll schrittweise auf weitere Regionen Deutschlands ausgeweitet werden.
  2. Multimodales Szenario: 
    In der Anfangsphase erfolgt der CO₂-Transport überwiegend per Schiene zu Sammelpunkten, Häfen oder Hubs. Pipelines werden erst in späteren Ausbauphasen ergänzt.

Besonders in der Aufbauphase kommt der Schiene eine zentrale Rolle zu. Sie könnte zeitweise bis zu 77 Prozent der Transportmengen übernehmen, da ein flächendeckendes Pipeline-Netz erst schrittweise entsteht. Die Studienautoren empfehlen daher einen koordinierten Ausbau von CO₂-Korridoren, multimodalen Transportlösungen und entsprechenden Infrastruktur-Hubs, um Investitionen zu erleichtern und die Kosten zu senken.

Handlungsempfehlungen

• Priorisierung und politisch verbindliche Festlegung von CO₂-Korridoren mit hoher Emissionsdichte.
• Ausrichtung von Förderinstrumenten auf diese Korridore sowie auf multimodale Transportlösungen.
• Aufbau mindestens eines multimodal angebundenen CO₂-Hubs an der Nordsee.
• Einführung von Absicherungs- und De-Risking-Instrumenten für frühe Investitionsprojekte.
• Institutionalisierte Koordination zwischen Bund, Ländern, Industrie und europäischen Partnerstaaten einschließlich einer verbindlichen Roadmap.

Zur Pressemitteilung und Studie:  https://www.prognos.com/de/projekt/aufbau-finanzierung-co2-infrastruktur-deutschland

Webcode: N2386