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Sommerempfang der fünf westmittelfränkischen IHK-Gremien am 8. Juli 2026

Erschienen am 13.07.2026
v. l. Johannes Riegel, Dr. Simon Amesöder, Markus Lötzsch, Achim Schneider, Karin Bucher, Susanne Oppel, Dr. Armin Zitzmann, Andreas Keller

Eingeladen zu diesem 13. Sommerempfang haben die IHK-Gremien Ansbach, Dinkelsbühl, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Rothenburg o.d.T. sowie Weißenburg-Gunzenhausen. Es konnten über 200 Gäste aus Politik, Verwaltung und Unternehmen in der Orangerie Ansbach von Karin Bucher, Leiterin der IHK-Geschäftstelle Ansbach begrüßt werden. 

Der Empfang ist vor allem ein Dank an die vielen Ehrenamtlichen. „Die IHK geht nicht ohne Ehrenamt“, betont Geschäftsstellenleiterin Karin Bucher. Ein Jahr nach der Wahl war es auch eine gute Gelegenheit, erste Ergebnisse aus der Gremiumsarbeit vorzustellen.

Es gibt eine starke Industrie in Westmittelfranken und viele Unternehmer engagieren sich in der IHK. „Das sind Menschen, die sich nicht nur engagieren wollen, sondern die auch aktiv gestalten wollen“, freut sich Karin Bucher. Die Ehrenamtlichen haben ein großes Know-how, mit dem sie sich einbringen. „Das ist nicht selbstverständlich“, so die Geschäftsstellenleiterin. Aber nur mit der gemeinsamen Verantwortung für die eigene Region hat man eine Stimme für Region und Wirtschaft. Das sei gerade in der aktuellen Zeit besonders wichtig, die durch große Veränderungen weltweit geprägt sind. „Deshalb sind regionale Netzwerke und solche Treffen umso wichtiger“, betont Bucher. 

Vizepräsidentin Birgit Riesner von der Regierung von Mittelfranken betont die Gemeinsamkeiten von IHK und Regierung. Es gäbe viele gemeinsame Aufgaben, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen. So begleitet die Regierung beispielsweise bei den vielen komplizierten Förderprogrammen. Aber auch bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels ist sie aktiv und sorge für ein beschleunigtes Verfahren bei der Anerkennung von beruflichen Qualifizierungen ausländischer Fachkräfte. „Dies ist Grundlage für ein Visum“, erklärt Riesner. Seit 2025 konnten so 160 Verfahren abgeschlossen werden und 350 Unternehmen wurden bei der Gewinnung ausländischer Fachkräfte beraten. „Integration ist für uns ein zentrales Anliegen“, betont die Vizepräsidentin. Weitere wichtige Themen seien der Bürokratieabbau und erneuerbaren Energien. „Das macht uns Unabhängig und fördert Innovationen“, sagt Birgit Riesner. Dazu gehören Energiespeicher ohne seltene Erden, mehr PV-Anlagen und ein Ausbau der Netze. Bei der entsprechenden Regionalplanung sei die Regierung eingebunden.

In einer von Klaus Seeger moderierten Podiumsrunde ging es um die bisherige Arbeit der Gremien und die wirtschaftliche Situation in der Region und in Mittelfranken. Es sprachen:

  • Dr. Armin Zitzmann (IHK-Präsident)
  • Karin Bucher (Leiterin IHK-Geschäftsstelle Ansbach)
  • Susanne Oppel (IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende IHK-Gremium Ansbach)
  • Johannes Riegel (Vorsitzender IHK-Gremium Dinkelsbühl)
  • Andreas Keller (Stellvertretender Vorsitzender IHK-Gremium Neustadt/Aisch-Bad Windsheim)
  • Achim Schneider (Vorsitzender IHK-Gremium Rothenburg ob der Tauber)
  • Dr. -Ing. Simon Amesöder (IHK-Vizepräsident und Vorsitzender IHK-Gremium Weißenburg-Gunzenhausen)

Susanne Oppel stellte für das Gremium Ansbach unter anderem die Citywerkstatt vor, die ein neuen Charakter bekommen habe. „Die Einzelhändler haben bereits eigene Projekte umgesetzt“, so die Unternehmerin. Wichtig sei dem Gremium auch die bessere Vernetzung von Stadt und Landkreis Ansbach. Es gebe schon viele Netzwerke, doch seien nicht alle Möglichkeiten allen Beteiligten bekannt. Auch die Vernetzung mit Schulen und der Hochschule soll gefördert werden. Das Projekt „IHK macht Schule“ hat die Unternehmerin in ihrem Autohaus gleich selbst umgesetzt, hier konnten sich Gymnasiasten selbst ein Bild von der Ausbildung machen – als Alternative zu einem Studium. 

Das Gremium in Rothenburg beschäftigt vor allem die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Achim Schneider berichtet, wie aufwendig sich die Gremiumsmitglieder in das medizinische System eingearbeitet hätten. „Wir haben ein halbes Jahr gebraucht, um es zu verstehen“, so der Rothenburger. Neben der Angst um den Krankenhausstandort Rothenburg geht es aber auch um die Versorgung mit niedergelassenen Ärzten. Kinderärzte und Gynäkologen sind in der Tauberstadt stark gesucht. Das Gremium will die Stadt unterstützen, wieder Ärzte nach Rothenburg zu bekommen. Das seien schließlich auch Standortfaktoren für Fachkräfte, die von Außerhalb kommen. 

Für das Gremium Dinkelsbühl ist Energie ein Schwerpunktthema, „das hat uns alle im Griff“, sagt Johannes Riegel. Mehrere Workshops mit dem Energielieferanten, unter anderem zum Thema Energiespeicher, unterstützen die Unternehmen vor Ort, um lokale Lösungen für günstige Energie und Versorgungssicherheit zu finden.

Das Gremium Neustadt/Aisch – Bad Windsheim drückt fehlende Gewerbegebiete. „Die finanzielle Situation der Kommunen ist schwierig“, stellt Andreas Keller fest. Deshalb gibt es Planungen, dass Kommunen und Unternehmen bei der Erschließung neuer Flächen zusammenarbeiten.

Im Gremium Weißenburg – Gunzenhausen geht es unter anderem auch um die Freizeitqualität der Region – ein wichtiger Punkt bei der Fachkräftesicherung. So unterstützt das Gremium Bemühungen, die Badequalität des Altmühlsees zu verbessern. Etwa 800.000 Tonnen Sediment sorgen im Hochsommer immer wieder für eine Algenplage. „Da müssen 60.000 Lkw-Ladungen abgefahren werden, logistisch und finanziell eine Herausforderung“, sagt Dr. Simon Amesöder. Das sei wichtig, um weitere Maßnahmen umsetzen zu können. „Schließlich hängt die ganze Region daran.“ Beim Kunststoffcampus soll die Zusammenarbeit mit der Hochschule Ansbach ausgebaut werden. „Kunststoff ist eine der wichtigsten Wertschöpfungsketten des Landkreises“, erklärt Amesöder.

„Je regionaler es wird, desto besser“, sagte IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann mit Blick auf die stark schwankende Weltwirtschaft. Man muss sich der Vielfalt in der eigenen Region bewusster werden, die Vernetzung der Unternehmen ist wichtig. Gerade im Bereich Bildung ist Mittelfranken sehr gut aufgestellt. Und nicht zu vergessen, „wir leben in einer Traumhaften Region“, freute sich der Präsident.

Umrahmt wurde der gesamte Abend musikalisch von Vlady Glussky.

Text: Mathias Neigenfind

Webcode: N2190