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Industrie 4.0 in Nordbayern: Unternehmen kommen bei der digitalen Transformation voran

Presseinformation vom 22.06.2026

IHK-Studie zeigt steigenden Digitalisierungsgrad in der Industrie. Aber kleine Betriebe drohen den Anschluss zu verlieren.

Nürnberg – Die Transformation zur vernetzten digitalen Produktion ist in der nordbayerischen Industrie auf gutem Wege, aber die aktuelle konjunkturelle Lage hinterlässt deutliche Spuren. Das zeigt die Studie „Industrie 4.0 – Reifegrad-Messung 2025“, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH (IW Consult) im Auftrag der sechs nordbayerischen Industrie- und Handelskammern durchgeführt hat.

Die Umfrage, an der sich 219 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes beteiligten, liefert ein gemischtes Bild: Der Reifegrad bei Industrie 4.0 steigt zwar an und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) rückt stark in den Fokus der Betriebe. Allerdings drohen kleinere Unternehmen den Anschluss zu verlieren, außerdem wird die Transformation aktuell durch Finanzierungsprobleme und Fachkräftemangel gebremst. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:

Reifegrad steigt, aber Euphorie sinkt: Der durchschnittliche Reifegrad bezüglich der Umsetzung von Industrie 4.0 ist im Vergleich zur letzten Umfrage aus dem Jahr 2022 um weitere fünf Prozent gestiegen. Deutlich mehr als die Hälfte der Unternehmen hat zumindest erste Umsetzungsschritte unternommen. Aber im Vergleich zu den früheren Erhebungen bewerten die Unternehmen die Chancen von Industrie 4.0 zurückhaltender. „Dies deutet darauf hin, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die aktuelle Unsicherheit die Investitionsbereitschaft vieler Betriebe beeinflussen“, so Dr. Ronald Künneth, Technologiereferent der IHK Nürnberg für Mittelfranken und Koordinator der Studie.

Künstliche Intelligenz birgt großes Potenzial: Erstmals wurde 2025 auch das Thema KI detailliert abgefragt. Die Unternehmen bewerten die Chancen von KI deutlich höher als die Risiken. Drei Viertel der Betriebe beschäftigen sich bereits intensiv oder zumindest am Rande mit entsprechenden Anwendungen.

Finanzierung und Fachkräfte als zentrale Engpässe: Als größtes Hemmnis nennen die Unternehmen inzwischen die fehlende Finanzkraft. Gegenüber der Erhebung 2022 hat die Bedeutung dieses Faktors massiv zugenommen. Besonders stark betroffen sind kleine Unternehmen. Ebenfalls auf hohem Niveau bleibt der Fachkräftemangel: Über 70 Prozent der Unternehmen sehen fehlende qualifizierte Mitarbeitende als zentrale Herausforderung bei der Umsetzung von Industrie-4.0-Projekten. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Studienergebnissen wider: Während sich die Unternehmen bei Strategie, vernetzten Prozessen und intelligenten Produkten verbessert haben, ist der Reifegrad im Bereich Mitarbeiterkompetenzen zurückgegangen.

Kleine Unternehmen fallen zurück: Der Reifegrad hängt stark von der Unternehmensgröße ab. Während große Unternehmen bei den hohen Reifegraden klar dominieren, befindet sich noch knapp die Hälfte der Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitenden auf der Reifegradstufe 0. Auch bei der KI-Nutzung zeigt sich dieser Graben: Während 54 Prozent der Großunternehmen sich bereits intensiv mit KI befassen, sind es bei den Kleinbetrieben nur 17 Prozent.

Hoher Unterstützungsbedarf: Parallel zum steigenden Transformationsdruck suchen die Betriebe verstärkt den Austausch. Der Bedarf an Unterstützung durch die IHK-Organisation hat ein neues Rekordniveau erreicht: Ganz oben auf der Wunschliste stehen Informations- und Aufklärungsarbeit sowie Wissens- und Technologietransfer. Die nordbayerischen IHKs sehen darin einen klaren Auftrag: „Die Ergebnisse bestätigen, dass die Unternehmen Orientierung und praxisnahe Unterstützung benötigen. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir unsere Angebote zu Digitalisierung, Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz weiter ausbauen“, so Künneth.

Download der Studie unter www.ihk-nuernberg.de/N2247

Ansprechpartner für die Medien:

  • Dr. rer. nat. Ronald Künneth

    Vernetzte Produktion, Automotive | eMobilität, Energiewirtschaft, Umweltberatung, Technologietransfer

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