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DIHK-Blitzumfrage: Krise in Nahost kommt in den Betrieben an

Presseinformation vom 21.04.2026

Unternehmen reagieren mit Preisanpassungen und Risikomanagement

Nürnberg – Die aktuelle Krise im Nahen Osten wirkt sich spürbar auf die deutsche Wirtschaft aus. Das zeigt eine aktuelle Blitzumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) unter rund 2.400 Unternehmen aus allen Branchen. Demnach berichten 83 Prozent der Betriebe von negativen Auswirkungen auf ihr Geschäft.

Besonders stark sehen sich die Unternehmen durch steigende Kosten belastet: 73 Prozent nennen höhere Fracht- und Transportkosten als zentrale Herausforderung, dicht gefolgt von gestiegenen Energiekosten (71 Prozent) sowie höheren Rohstoff- und Materialpreisen (58 Prozent). Auch die Nachfrage schwächelt: 46 Prozent der Betriebe melden rückläufige Aufträge. Zudem klagen viele Unternehmen über Lieferengpässe und Verzögerungen (36 Prozent), während Liquiditätsengpässe bislang eine geringere Rolle spielen.

Die Auswirkungen zeigen sich auch bei der Versorgung mit Rohstoffen und Vorprodukten. Bereits 12 Prozent der Unternehmen berichten von konkreten Engpässen, in der Industrie sind es sogar 16 Prozent. Besonders häufig betroffen sind Kunststoffe, chemische Rohstoffe, rohölbasierte Produkte, Energie und Kraftstoffe sowie elektronische Bauteile und Metalle.

Angesichts dieser Belastungen reagieren die Unternehmen mit verschiedenen Maßnahmen. Die Hälfte der Betriebe passt ihre Preise an, um Kostensteigerungen weiterzugeben. Gleichzeitig verstärken 43 Prozent ihr Risikomanagement und Monitoring. Weitere Reaktionen sind eine erhöhte Lagerhaltung, Anpassungen der Lieferketten sowie Verzögerungen von Investitionen und Projekten. Auch Einschränkungen in der Produktion oder im Angebot werden bereits von zehn Prozent der Unternehmen vorgenommen.

Die Ergebnisse verdeutlichen nach Worten von IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann, wie stark geopolitische Krisen die wirtschaftliche Stabilität und die Planungssicherheit beeinflussen. Insbesondere international verflochtene Branchen wie Industrie, Handel und Logistik seien betroffen: „Die Umfrage zeigt deutlich, wie verletzlich viele Betriebe aktuell sind. Steigende Kosten, unsichere Lieferketten und eine nachlassende Nachfrage treffen fast alle Unternehmen in allen Branchen“, so Zitzmann. „In einer solchen Lage helfen keine Maßnahmen, die nur auf dem Papier entlasten. Nötig sind verlässliche Rahmenbedingungen und Kostensenkungen, die für alle Betriebe wirken und Investitionen wieder möglich machen.“
 

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