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Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz

Im abgelaufenen Jahr 2025 wurden in Mittelfranken 7 504 Ausbildungsverhältnisse in IHK-Berufen geschlossen. Damit ist die Zahl der neuen Verträge trotz fehlendem Abiturienten-Jahrgang aufgrund der Umstellung von G8 auf G9 nur moderat gesunken (minus 4,2 Prozent). Insgesamt befinden sich derzeit 18 489 Azubis im Rahmen ihrer zwei- bis dreieinhalbjährigen Ausbildung in einem Ausbildungsverhältnis bei den mittelfränkischen Betrieben von Industrie, Handel und Dienstleistung. Trotz schwacher Konjunktur suchen viele Ausbildungsbetriebe in der Region nach Nachwuchskräften, allerdings konnten nach einer aktuellen Umfrage zur Ausbildungssituation nur 82 Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen besetzt werden. Fast jeder fünfte Ausbildungsplatz in Mittelfranken ist also unbesetzt geblieben.

„Dass wir das Jahr mit über 7 500 neuen Ausbildungsverträgen abschließen können, übertrifft unsere Erwartungen bei weitem und zeigt, dass die mittelfränkischen Betriebe nach wie vor auf die berufliche Bildung setzen und damit für den eigenen Nachwuchs sorgen“, so Stefan Kastner, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Berufsbildung.

Die technischen Berufe verzeichneten 2025 mit 2 563 neuen Ausbildungsverträgen ein Minus von 8,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Am stärksten ist der Rückgang bei den elektrotechnischen Berufen, denen auch die verschiedenen Berufe der Fachinformatik zugeordnet sind. Einen Negativrekord gab es bei der Fachrichtung Anwendungsentwicklung (minus 30 Prozent). Dieser Rückgang liegt nicht nur am fehlenden Abiturienten-Jahrgang, sondern offenbar auch am häufigeren KI-Einsatz für einfachere Tätigkeiten.

In den kaufmännischen Berufen wurden 4 941 neue Ausbildungsverträge geschlossen (minus 1,7 Prozent). Bemerkenswerte Zuwächse verzeichnen wieder das Hotel- und Gaststättengewerbe, allen voran die zweijährigen Ausbildungsberufe, nämlich die Fachkraft für Gastronomie (plus 29 Prozent) und die Fachkraft Küche (plus 23 Prozent). Stabil sind die Zahlen im Einzelhandel. Dort ist es erstmals gelungen, für Verkäufer/-innen eine besondere Klasse im Modell „2 plus 1“ einzurichten: Zielgruppe sind Auszubildende mit besonderem Sprachförderbedarf. Die reguläre Ausbildungszeit von zwei Jahren wird um ein Jahr ergänzt, im zusätzlichen Jahr wird vor allem Fachsprache vermittelt. „Wir sind sicher, dass dieses Modell den Jugendlichen enorm hilft, die Ausbildung erfolgreich abzuschließen“, so Kastner.

Berufsorientierung und Matching

Zur Unterstützung der mittelfränkischen Ausbildungsbetriebe hat die IHK Nürnberg für Mittelfranken auch im abgelaufenen Jahr wieder eine Vielzahl an Maßnahmen ergriffen:

Engagierte Azubis haben als „IHK-Ausbildungs-Scouts“ in über 300 Einsätzen an allgemeinbildenden Schulen mehr als 6 000 Schülerinnen und Schüler erreicht und über die duale Ausbildung und die Karrieremöglichkeiten informiert.

In speziellen Info-Veranstaltungen für Eltern wurden diese über die Chancen der beruflichen Bildung informiert – schließlich sind Eltern meist maßgeblich an der Berufswahl ihrer Kinder beteiligt. Hier kamen auch sogenannte „Karriere-Scouts“ zum Einsatz. Das sind ehemalige Azubis, die schon Berufserfahrung gesammelt haben und bestens über Entwicklungsmöglichkeiten nach der Ausbildung informieren können.

Mit der mobilen Beratungsbox und der KI-Roboterin „MiA“ erreichten die IHK-Bildungsberaterinnen und -berater über 1 200 Schülerinnen und Schüler direkt vor Ort, meistens auf den Schulhöfen, aber beispielsweise auch im Rahmen des „Girls‘ Day“ vor verschiedenen Unternehmen.

Auch auf den IHK-Vermittlungsbörsen zum Matching zwischen Jugendlichen und Ausbildungsbetrieben (Last-Minute-Börse, Nachvermittlungsbörse, Nachrücker-Börse und Azubi-Challenge) wurden viele Kontakte geknüpft und Ausbildungsverträge angebahnt.

Neben den genannten Maßnahmen runden in diesem Jahr zwei neue Aktivitäten das Angebot der IHK Nürnberg für Mittelfranken bei der Vermittlung von Ausbildungsstellen und bei der Berufsorientierung ab:

Die IHK-Lehrstellenbörse Mittelfranken wird ab sofort um einen WhatsApp-Kanal erweitert. Schülerinnen und Schüler, die nach einem Ausbildungsplatz suchen, können jetzt aktuelle Angebote zusätzlich über einen eigenen WhatsApp-Kanal direkt auf das Smartphone erhalten. Für die Unternehmen bedeutet das vor allem eines: mehr Reichweite ohne Mehraufwand. Alle Ausbildungsstellen, die wie gewohnt in der IHK-Lehrstellenbörse eingestellt werden, erscheinen automatisch auch im WhatsApp-Kanal. Denn gerade Jugendliche informieren sich heute überwiegend mobil und über ihnen vertraute Kanäle. Somit kommt jeder neue Ausbildungsplatz direkt auf das Handy der Zielgruppe.

Außerdem ergänzt Ausbildungsexperte „Max“ das Beratungsangebot: Max ist ein sozialer Roboter, der im Austausch mit Jugendlichen deren Fähigkeiten, Interessen und Neigungen erfragt, um ihnen passende Ausbildungsberufe vorzuschlagen. Auf Wunsch der Beratenen erklärt er auch die verschiedenen Berufe. Im nächsten Schritt ist geplant, dass Max auch in anderen Sprachen berät und gezielt Eltern über die Möglichkeiten einer dualen Ausbildung informiert.

www.ihk-nuernberg.de/ausbildung

Information

Kurztraining stärkt Deutschkenntnisse

Mit dem „Kurztraining: Deutsch für den Ausbildungsstart“ unterstützt die IHK Nürnberg für Mittelfranken Auszubildende aus Drittstaaten bereits vor ihrer Einreise nach Deutschland. Partner sind das Goethe-Institut und das „Netzwerk Unternehmen integrieren Flüchtlinge“. Das kostenfreie Angebot richtet sich an Azubis nach bestandener B1- Prüfung und legt den Schwerpunkt auf den Ausbau des mündlichen Sprachvermögens. Ergänzend vermittelt das Training Grundlagen zum dualen Ausbildungssystem, zum Leben in Deutschland sowie zu Fördermöglichkeiten. Das Online-Format umfasst mehrere Live-Trainings und Informationsmodule und startet voraussichtlich im März 2026

https://event.dihk.de/ kurztraining_ihk_nuernberg

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