Zum Hauptinhalt springen
Adelina Duchan, Auszubildende bei Schwan-Stabilo
Adelina Duchan, Auszubildende bei Schwan-Stabilo

Gespräch mit Adelina Duchan über ihre Beweggründe, ihr Studium abzubrechen und stattdessen eine Ausbildung zu beginnen.

Sie haben im Jahr 2023 die Ausbildung zur Industriekauffrau bei Schwan-Stabilo erfolgreich abgeschlossen. Wie haben Sie sich beruflich seitdem weiterentwickelt und was machen Sie aktuell?

Seit Abschluss meiner Ausbildung bin ich als Assistenz im Ausbildungsbüro tätig und unterstütze das Ausbildungsteam. Zusätzlich habe ich den Ausbilderschein (AdA) erworben und studiere derzeit berufsbegleitend, um meine fachlichen und persönlichen Kompetenzen auszubauen.

Vor der Ausbildung haben Sie auch ein paar Semester studiert. Was hat Sie nach dem Abitur zum Studium bewogen?

Nach dem Abitur war ich der Überzeugung, dass ein Studium der klassische Weg ist. Das wird einem in der Schule oft vermittelt. Daher habe ich mich für ein Studium an der Friedrich-Alexander-Universität in Nürnberg entschieden.

Warum haben Sie das Studium abgebrochen und eine Ausbildung gemacht?

Nach zwei Semestern habe ich gemerkt, dass mir die Praxis fehlt. Es war sehr theoretisch und ich konnte die Inhalte nicht direkt anwenden, was für mich aber wichtig ist, um Zusammenhänge besser zu verstehen. Außerdem war die finanzielle Unabhängigkeit ein entscheidender Faktor. Durch die Ausbildung konnte ich eigenes Geld verdienen und selbstständig werden.

Sie können ja nun beide Bildungswege – die akademische und die berufliche Bildung – sehr gut vergleichen. Welche Vor- bzw. Nachteile sehen Sie in diesen beiden Karrierewegen?

Durch ein Studium kann man sich auf internationale Arbeitsmärkte vorbereiten. Viele Universitäten bieten Austauschprogramme oder Partnerschaften mit anderen Hochschulen weltweit an. Ein weiterer Vorteil ist die Entwicklung von Selbstorganisation und Lernstrategien. Die Nachteile sind in meinen Augen die lange Studiendauer und die fehlende Praxisnähe.

Die Vorteile beim beruflichen Weg sind der direkte Einstieg ins Berufsleben, die Möglichkeit, theoretisches Wissen sofort praktisch anzuwenden, und die kürzere Ausbildungszeit. Zudem bleibt die Option, später berufsbegleitend oder an einer Hochschule zu studieren, jederzeit offen. Ein Nachteil besteht im gesellschaftlichen Image der beruflichen Bildung. Viele Menschen empfinden eine Ausbildung noch immer als weniger prestigeträchtig und weniger attraktiv im Vergleich zu einem Hochschulstudium. Das finde ich sehr schade und das entspricht auch nicht der Realität.

Was raten Sie Jugendlichen, die demnächst die Schule beenden? Wie findet man für sich den optimalen Weg?

Mein Tipp: Nutzt jede Gelegenheit für Schnupperpraktika! Besucht Tage der offenen Tür und lernt Unternehmen sowie Berufe kennen. Selbst wenn ihr dabei feststellt, was ihr nicht machen möchtet, ist das ein wichtiger Schritt zur Orientierung.

Die Fragen stellte Stefan Kastner, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Berufsbildung.

Webcode: N2019