Zum Hauptinhalt springen
Bringen die Vergangenheit nahe: Alexander Büttner und Magdalena Prechsl führen die Geschäfte bei Geschichte Für Alle.
Bringen die Vergangenheit nahe: Alexander Büttner und Magdalena Prechsl führen die Geschäfte bei Geschichte Für Alle.

Was vor 40 Jahren als Initiative von fünf Nürnberger Geschichtsstudierenden begann, ist heute ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen: Geschichte Für Alle e.V. – Institut für Regionalgeschichte. Mehr als 30 Festangestellte arbeiten dort, hinzu kommen knapp 350 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Nürnberg, Bamberg, Fürth und Erlangen die beliebten thematischen Stadtrundgänge durchführen. „Begonnen haben wir 1985 mit Rundgängen für Schulklassen und Jugendgruppen in der Nürnberger Altstadt und auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände“, erzählt Alexander Büttner, der seit 2025 zusammen mit Magdalena Prechsl die Geschäftsführung innehat. „Heute bieten wir Stadt- und Thementouren für Menschen aller Altersgruppen an und sind in der gesamten Region aktiv. Stets mit dem Ziel, die Vergangenheit lebendig und verständlich zu vermitteln.“

In Bamberg folgen die Stadtrundgänge zum Beispiel den Spuren von Kaiser Heinrich II. und seiner Frau Kunigunde. In Fürth beleuchten sie die Geschichte der jüdischen Gemeinde, die jahrhundertelang die bedeutendste in ganz Süddeutschland war. In Erlangen beschäftigen sie sich mit den Hugenotten und in Nürnberg sowohl mit der NS-Zeit als auch mit der Kaiserburg und der Altstadt oder versteckten Schätzen in den Stadtteilen. Das Verbindende an all diesen Touren ist: Die Alltagsgeschichte steht im Mittelpunkt und sie wird verständlich und spannend vermittelt.

„Uns geht es nicht um Jahreszahlen und große Namen, sondern um die ganz normalen Menschen und ihre Schicksale“, betont Magdalena Prechsl. Die Historikerin wurde im Jahr 2013 – so wie ihr Kollege Alexander Büttner zehn Jahre vor ihr – durch einen Aushang an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg auf Geschichte Für Alle aufmerksam. „Damals suchte der Verein Studierende, die Rundgänge über das ehemalige Reichsparteitagsgelände übernehmen“, erinnert sie sich. „Ich war interessiert, meldete mich beim Verein und besuchte die Ausbildungsmodule für Neue.“ Dort lernte Prechsl, wie sie Geschichte lebendig und „für alle“ vermitteln kann, und stieg irgendwann auch in die Touren ein, die bis heute das wirtschaftliche Rückgrat des Vereins bilden: die englischsprachigen Rundgänge für Gäste aus aller Welt, die mit dem Schiff auf dem Main-Donau-Kanal nach Nürnberg und Bamberg kommen. „Flusskreuzfahrten boomen seit etlichen Jahren, und die stadttouristischen Rundgänge bescheren uns konstant hohe Einnahmen“, freut sich die Geschäftsführerin.

Dadurch kann der Verein auch seine zahlreichen anderen Tätigkeitsfelder ausbauen und weiterhin museumspädagogische Workshops entwickeln, Ausstellungen konzipieren, die Stadt- und Regionalgeschichte erforschen und Publikationen veröffentlichen. Seit 2007 betreibt Geschichte Für Alle zudem ein eigenes Museum im Henkerhaus in der Nürnberger Altstadt, und im Juli 2025 mietete der Verein einen Turm am nördlichen Marientorzwinger an. Er heißt „Blaues G“ und soll als Lernort zur Nürnberger Stadtmauer ausgebaut werden. Schon jetzt sind dort „hautnahe Mauererlebnisse“ möglich.

Autorin: Elke Zapf

www.geschichte-fuer-alle.de 

Webcode: N2027