Warum Ausbildung statt Hochschule?
Im Interview erklärt Bundesbester Maximilian Seichter, warum er das Studium gegen eine Ausbildung tauschte – und damit genau den richtigen Weg fand.
Maximilian Seichter hat seine Ausbildung zum Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik bei der Sangl GmbH & Co KG Spezialtransformatoren in Erlangen als Bundesbester in seinem Beruf absolviert (siehe Artikel Seite 32/33). Er hatte einige Semester studiert und sich dann doch für eine Ausbildung entschieden. Im Gespräch mit „WiM“ spricht er über seine Berufswahl und die Erfahrungen während der Ausbildung:
Du hast die Prüfung in deinem Beruf als Bundesbester abgeschlossen. Und das in einer verkürzten Ausbildungszeit von gerade mal zwei Jahren. Kürzer geht´s nicht. Was ist dein Erfolgsrezept?
Am Ende waren es sogar nur 20 Monate Ausbildung. Das war zum einen dadurch möglich, dass ich durch mein Abitur das erste Jahr überspringen und aufgrund von guter Leistung in der Ausbildung das letzte halbe Jahr kürzen konnte. Zum anderen habe ich die Ausbildung nicht im September begonnen, sondern wegen besonderer Umstände erst im Dezember. Ich hatte Glück, dass mein Betrieb mir den Einstieg ins laufende Ausbildungsjahr möglich gemacht hat. Weil ich davor einige Semester Mechatronik studiert habe, hatte ich einen guten Überblick über die Ausbildungsinhalte und auch den Ansporn, meine Ausbildung sehr gut abzuschließen.
Wie bist du zu deinem Ausbildungsberuf und vor allem zu deinem Betrieb gekommen?
Als klar war, dass ich das Studium nicht zu Ende bringen würde, habe ich mich nach Alternativen umgesehen. Elektronik hat mich nach wie vor gereizt und so bin ich auf die vielen Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich aufmerksam geworden. Ich habe mich bei einigen Firmen beworben und war dort zum Probearbeiten. Unter anderem eben auch bei Sangl GmbH & Co KG Spezialtransformatoren. Als Elektroniker für Maschinen- und Antriebstechnik liegt der Schwerpunkt der Ausbildung – wie der Name schon sagt – auf elektrischen Maschinen. Bei Sangl bauen wir Transformatoren, also ruhende elektrische Maschinen, die in einer immer weiter elektrifizierten Welt eine unsichtbare Hauptrolle einnehmen. Hier hat es mir von Anfang an sehr gut gefallen und ich habe mich für diesen Betrieb entschieden.
Wie war das im Betrieb? Wie wurdest du auf dem Weg zur Prüfung unterstützt?
Neben der praktischen Ausbildung durch den Ausbilder und die Kollegen gibt es bei Sangl regelmäßige Tage, an denen die theoretischen Ausbildungsinhalte mithilfe eines Lehrers vertieft und eingeübt werden. Dieser hat seit vielen Jahren Erfahrung in der Prüfungsvorbereitung und auf jede Frage eine fachlich fundierte Antwort. Gerade vor den Prüfungen hat die Vorbereitung öfter stattgefunden. Das ist keine Selbstverständlichkeit und hat bestimmt dazu beigetragen, dass ich meine Ausbildung als Bundesbester abschließen konnte.
Wie geht’s nun beruflich bei dir weiter?
Wie bereits gesagt, mir haben hier das Arbeitsumfeld und auch die Arbeitsinhalte sehr gut gefallen und ich bin froh, dass Sangl mich nach der Ausbildung gerne übernommen hat. Aktuell arbeite ich als Geselle, bekomme aber schon Einblicke in die Arbeit als Meister. Dieser Werdegang interessiert mich sehr und ich strebe in absehbarer Zeit meinen Industriemeister für Elektrotechnik an.
Hast du Karriere-Tipps für andere Azubis?
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich das Anstrengen in der Ausbildung richtig lohnt, und kann das auch anderen nur empfehlen. Es gibt Betriebe, die Engagement würdigen und ihre Azubis toll unterstützen. Die Augen offen zu halten und Nachfragen zu stellen, hat mir geholfen, die Ausbildung zu verkürzen und meinen Weg so gehen zu können. Traut euch und informiert euch gut über eure Möglichkeiten! Auch bei der IHK gibt es hilfsbereite Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner, die euch gut weiterhelfen werden.
Die Fragen stellte Stefan Kastner, Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Berufsbildung.
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