Bahnprojekt verzögert sich erneut
Franken-Sachsen-Magistrale
Wie geht es weiter mit der durchgehenden Elektrifizierung der Bahnstrecke Dresden – Nürnberg (Franken-Sachsen-Magistrale)? Diese Frage beschäftigt Politik und Wirtschaft in Nordbayern seit Jahrzehnten und sorgt für ein Wechselbad aus Enttäuschung und Hoffnung: Seit 2022 lagen die Planungen auf Eis, weil eine Neubewertung des Projekts ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von unter 1 ergeben hatte. Dann aber beschloss der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im November 2025 die Weiterplanung des Projekts. Doch am Anfang dieses Jahres kehrte wieder Ernüchterung ein, als bekannt wurde, dass der Bund nach wie vor keinen Planungsauftrag erteilt hat. Dies stößt auch auf Kritik der nordbayerischen IHKs, die sich seit Langem für den Ausbau einsetzen.
Zur Erinnerung: Die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Dresden müsste dringend durchgehend elektrifiziert werden, doch noch immer fehlt dieser Ausbau zwischen Hof und Nürnberg. Zum einen macht dies die Strecke für den Güterverkehr unattraktiv, weil nur Dieselloks statt moderner Elektroloks genutzt werden können. Zum anderen behindert es den grenzüberschreitenden Personen- und Güterverkehr über Marktredwitz nach Tschechien. Die Entscheidungsträger in Nordbayern dringen deswegen unverändert auf eine schnelle Realisierung. Koordiniert werden deren Aktivitäten von der Geschäftsstelle Bahnelektrifizierung Bayern-Sachsen-Böhmen mit Sitz in Hof. Vor Kurzem hat Sabine Hager die Leitung der Geschäftsstelle übernommen und die Nachfolge von Patrick Leitl angetreten. Die gelernte Journalistin war zuletzt Geschäftsführerin des Hofer Lokalradios „extra-radio“. Zuvor war sie unter anderem Redakteurin beim ZDF und Pressereferentin im Bundesinnenministerium.
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