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Im laufenden Jahr plant die Nürnberger Greeno­peak GmbH, ihr Geschäft mit Photovoltaik-Anlagen für Unternehmen zu verdoppeln. Das Unternehmen ist Teil der 2013 gegründeten Greeno­vative GmbH und übernimmt bundesweit Planung, Entwicklung, Bau und Betrieb großer Photovoltaik-Dachanlagen für Firmen oder Parkhäuser. „Solarenergie ist die billigste Form der Energieerzeugung“, unterstreicht Bernd Fuchs, Mitgründer und Geschäftsführer der Greenovative-Gruppe. Wenn so ein dezentrales 100-Kilowatt-Sonnenkraftwerk ab einer Dachgröße von etwa 700 Quadratmetern einmal stehe, sei man unabhängig. „Es kann ihnen keiner den Gashahn abdrehen.“ In Mittelfranken sieht er aktuell aber kaum Wachstumspotenzial. Die Kapazität der Stromnetze mache der ganzen Branche Bauchschmerzen: „Wir können derzeit nichts anschließen.“

Greenopeak ist mit einem Umsatz von rund zehn Mio. Euro die kleinste Sparte der Gruppe. Flaggschiff ist Greenovative, die Solarparks plant, baut und betreibt. Sie kommt auf einen Umsatz von gut 106 Mio. Euro. Im Jahr 2024 wurde die Gruppe vom Freistaat für besondere Wachstumsstärke mit der Auszeichnung „Bayerns Best 50“ geehrt. Das größte Greenovative-Projekt in Mittelfranken nahm im letzten Jahr der Flughafen Nürnberg in Betrieb: Dessen Photovoltaik-Anlage ist auf eine Spitzenleistung von 13,4 Megawattpeak ausgelegt. Megawattpeak bezeichnet dabei die maximale Leistungskapazität einer Solaranlage unter idealen Bedingungen. So werden am Flughafen jährlich rund 13,4 Gigawattstunden Strom produziert. Damit ließen sich mehr als 3 800 Vier-Personen-Haushalte versorgen und rechnerisch etwa 6 300 Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen. Der bundesweit bislang größte Solarpark von Greenovative wurde im thüringischen Posterstein realisiert: Mit 49,4 Megawattpeak kommt er fast auf die vierfache Leistung des Nürnberger Vorzeigeprojektes. Für die benötigte Flächengröße gilt die grobe Faustformel von einem Megawattpeak je Hektar Fläche.

Insgesamt hat der Photovoltaik-Spezialist mehr als 100 Solarparks umgesetzt, über weitere 100 Projekte befinden sich in der Genehmigungsphase. Dafür identifiziert Greenovative selbst geeignete Flächen von Kommunen oder Landwirten. Bei sogenannten Agri-Photovoltaik-Anlagen kann trotz Stromgewinnung die Fläche etwa noch für die Rinderhaltung genutzt werden. Mit Anlagen auf kommunalen Flächen können Gemeinden einen eigenen Beitrag zur lokalen Energieversorgung leisten und gleichzeitig von Gewerbesteuern und einer finanziellen Beteiligung an den Solarpark-Erlösen profitieren. Über eine Bürgerbeteiligung in Form eines Nachrangdarlehens können zudem die Menschen vor Ort auf eine zusätzliche Rendite setzen. Mittlerweile projektiert Greenovative neue Anlagen als sogenannte Hybrid-Solarparks, bei denen ein Solarpark mit einem Großbatteriespeicher kombiniert wird. Dadurch kann angesichts des hinterherhinkenden Netzausbaus vermieden werden, dass Anlagen abgeregelt werden, um die Netzstabilität aufrechtzuerhalten.

Ende 2025 arbeiteten bei der Greenovative-Gruppe – die unter dem Dach der vor drei Jahren gegründeten Holdinggesellschaft Greenosolar GmbH firmiert – gut 100 Beschäftigte. Davon sind sieben in den beiden Vertriebsstandorten in Oldenburg und Stuttgart tätig. Für das laufende Jahr geht Firmenchef Fuchs von einer stabilen bis leicht steigenden Zahl an Mitarbeitern aus. Man habe keine Fachkräftesorgen und profitiere von einer geringen Fluktuation. Neues Fachkräfte würden unter anderem aus dem Kreis der Werkstudenten der vielen Hochschulen im Großraum rekrutiert. „Die Energiewende ist für Arbeitnehmer eine motivierende Sache“, sagt Fuchs.

www.greenovative.de

Autor: Thomas Tjiang

Webcode: N2095