Mehr aus Daten rausholen
Das Nürnberger Beratungsunternehmen Tractionwise hilft Firmen, ihre Daten zu strukturieren und besser zu nutzen.
Hier ein Zahlenwust in Tabellenform, dort Hunderte Seiten Buchstabenwüste in der Textdatei: In vielen Firmen liegen auf vielen Serven unzählige Mengen an Daten. Oft getrennt in verschiedene Silos, ohne Bezug zueinander und so, dass man sie nicht oder nur schwer strukturieren und nutzbar machen kann. Dort setzt die Tractionwise GmbH in Nürnberg an: Das Beratungsunternehmen hilft mittelständischen Firmen, solche Bestände zusammenzuführen und eine Datenarchitektur aufzubauen. So soll es möglich werden, sie für Analysen heranzuziehen und in betriebswirtschaftliche Entscheidungen einfließen zu lassen. Allerdings komme es darauf an, mit welchen Daten man arbeite, erklärt Geschäftsführer André Wehr. Er verweist dabei auf das in der IT-Branche geläufige Prinzip „Shit in, shit out“.
Durch die massive Verbreitung von Künstlicher Intelligenz haben und werden sich zusätzlich noch vielfältige Möglichkeiten ergeben, das Datenmaterial auszuwerten. Auch hier unterstützt das Unternehmen, das bei seiner Gründung 2020 mit KI noch gar nicht so viele Berührungspunkte hatte, wie Wehr berichtet. Mit seinem Mitgründer Manuel Schmidt bot er in der Anfangszeit vorrangig Dienstleistungen zum Erheben und Auswerten von Nutzungsdaten auf Webseiten. Einer der ersten Kunden war die Sellwerk GmbH & Co. KG in Nürnberg, ein Spezialist für Online-Marketing, mit dem Tractionwise auch heute noch zusammenarbeitet.
Weil die Gründungsphase der Nürnberger Datenspezialisten mit dem Aufkommen der Corona-Pandemie zusammenfiel, wollten Wehr und Schmidt anfangs kein Risiko beim Aufbau ihres Teams eingehen und zogen zunächst externe Expertise hinzu. Ab Anfang 2021 holten sie sich dann auch eigene Fachleute ins Haus. Heute umfasst das Team – inklusive freier Mitarbeiter – 15 Personen aus den Bereichen Data Engineering, AI Engineering, Datenanalyse und Datenarchitektur. Davon gehören sechs Leute zum festen Kern. Dabei soll es aber nicht bleiben: „Wir wollen schauen, wie wir den Output unseres Teams auch mit KI-Agenten vervielfältigen können“, sagt André Wehr.
Darüber hinaus möchte das Unternehmen, dessen Beschäftigte bisher überwiegend mobil arbeiteten, künftig einen festen Bürostandort beziehen – was schon Ende dieses Jahres der Fall sein könnte, wie der Geschäftsführer verrät. Ein weiteres Vorhaben, das sich Tractionwise vorgenommen hat: Gleichbleibende Dienstleistungen sollen in weitgehend standardisierte Produkte gegossen werden, mit der Option, individuelle Anpassungen vorzunehmen. Ein Beispiel dafür sei das Zustimmungs-Management für Cookies auf Webseiten, erklärt Wehr.
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