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Die wirtschaftliche Lage im Bausektor hat sich spürbar eingetrübt. Vor diesem Hintergrund diskutierte der IHK-Fachausschuss Bau- und Immobilienwirtschaft über die Frage, wie die Bauwirtschaft belebt und bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann.

Ausschuss erarbeitet Positionspapier: Ausschussvorsitzende Nina Strubl kündigte die Erarbeitung eines Positionspapiers an, das sich insbesondere mit diesen vier Handlungsfeldern beschäftigen wird: Erstens der radikale Abbau von Bürokratie durch verbindliche Genehmigungsfristen sowie eine durchgängig digitale Bauverwaltung. Das zweite Themenfeld widmet sich der Stärkung der Investitionsbedingungen durch verlässliche Förderprogramme, steuerliche Abschreibungsanreize und eine Senkung der Transaktionskosten wie der Grunderwerbsteuer. Drittens will der Ausschuss Vorschläge machen, um Bestandsentwicklungen zu erleichtern und Umnutzungsverfahren zu beschleunigen. Und viertens geht es um Konzepte, um Nutzungskonflikte praxisnah zu lösen, indem Gewerbe- und Industrieflächen geschützt und Immissionsvorgaben flexibilisiert werden. Auf diese Weise sollen funktionierende Mischgebiete möglich werden. Die konkrete Ausarbeitung erfolgt nun in einem kleineren Arbeitskreis, bevor das finale Papier der IHK-Vollversammlung zur Verabschiedung vorgelegt wird.

Wohnungsbau in Bayern: Ministerialdirigentin Marion Frisch vom Bayerischen Bauministerium unterstrich, dass der geförderte Wohnungsbau im Freistaat hohe Priorität genieße und finanziell stark gefördert werde. Im Doppelhaushalt 2026/2027 stünden dafür Bewilligungsmittel in der Rekordhöhe von insgesamt 3,6 Mrd. Euro zur Verfügung. Ein bedeutender Teil davon, rund eine Mrd. Euro, stamme direkt aus dem Sondervermögen Infrastruktur. Darüber hinaus seien die Förderbestimmungen spürbar entschlackt und die Richtlinien für die Zukunft fortgeschrieben worden. Der Freistaat bündle seine Kräfte im Wohnungsbau, indem aus drei staatlichen Wohnungsbaugesellschaften die neue Baunova Bayern GmbH geformt wurde. Ein besonderes Augenmerk gilt dem innovativen Modellvorhaben „Leerstand jetzt Wohnen“, das ungenutzte Nicht-Wohngebäude in Wohnraum umwandelt. Die Ministerialdirigentin stellte auch die Kernpunkte der aktuellen Novelle des Baugesetzbuches (BauGB) vor. Diese soll die Verfahren und die notwendigen Umweltprüfungen vereinfachen. Ergänzend kündigte sie das kommende Bayerische Bauturbo-Gesetz an, bei dem die bayerischen IHKs in Kürze aktiv beteiligt würden.

Veränderungen der Wohnungsnachfrage: Über demografische Trends, die die Nachfrage nach Wohnungen wesentlich mit bestimmen, sprach Dr. Hannes Zapf, Geschäftsführer der Zapf GmbH & Co. KG, Schwaig b. Nürnberg. Die Zuwanderung und die Veränderung der Haushaltsstrukturen seien zwei der Trends. So gebe es einen starken Zuwachs an Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten mit Nachfrage nach entsprechenden Wohnungen. Parallel dazu ist der individuelle Wohnflächenbedarf pro Kopf in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Demgegenüber steht der deutliche Rückgang der fertiggestellten Wohnungen. Viele der seit dem Jahr 2022 erteilten Baugenehmigungen seien bislang nicht realisiert worden, vor allem wegen der drastisch gestiegenen Baukosten. Um gegenzusteuern, plädierte Zapf nachdrücklich für eine Anpassung bestehender Standards, ein einfacheres Bauen und eine bessere Ausrichtung der Förderung.

Serielles Bauen und Sanieren als Beitrag zur Kostensenkung: Torsten Wybranitz von der Niersberger Building Solutions GmbH in Erlangen präsentierte das serielle Bauen als einen Ansatz, um bezahlbaren Wohnraum im Gebäudebestand zu schaffen. Dabei werden Bauteile außerhalb der Baustelle vorgefertigt, sodass sich die Montage vor Ort deutlich verkürzt. Technologische Lösungen sowie attraktive Fördermöglichkeiten seien bereits vorhanden, es fehle aber an bundesweit einheitlichen Standards und an Anpassungen im Genehmigungsrecht. Bisher bremsen die stark fragmentierten und unterschiedlichen Bauordnungen der einzelnen Bundesländer den Einsatz des seriellen Bauens in größerem Maße aus.

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