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Gut in Fahrt?

Wer in den letzten Jahren die Konjunkturkurven verfolgt hat, musste gute Nerven haben: Ein Auf und Ab, Hoffnungen auf Besserung zerschlugen sich immer wieder. Das ist jetzt hoffentlich anders: Die positiven Meldungen reihen sich aneinander. Die aktuelle Konjunkturumfrage unserer IHK bestätigt das Bild mit erfreulichen Aussagen über die Wirtschaftsentwicklung in Mittelfranken. Der Knoten scheint geplatzt, die Stimmung scheint nachhaltig ins Positive umzuschlagen.

Es gibt gute Gründe für die Zuversicht: Die Große Koalition hat Tritt gefasst und mehr Stabilität gewonnen, als die meisten im Herbst letzten Jahres erwartet hatten. Die großen Erfolge der deutschen Wirtschaft im Ausland, die uns erneut den Titel „Exportweltmeister“ beschert haben, tragen zum Optimismus bei. Die Unternehmen haben in den letzten Jahren – teils schmerzhafte – Umstrukturierungen geleistet und präsentieren sich jetzt gestärkt. Weil nun die Ausrüstungsinvestitionen und nach langer Zeit auch wieder die Konsumnachfrage anziehen, ist von einem Aufschwung wie aus dem Lehrbuch die Rede.

Diesen Drive müssen wir aufrecht erhalten. Das bedeutet vor allem: Es darf bei der gegenwärtigen Euphorie nicht verdrängt werden, dass noch zahlreiche unerledigte Reformen anstehen. Das Steuersystem muss wettbewerbsfähiger werden. Unser Sozialsystem ist bei weitem nicht für die demografischen Umwälzungen gerüstet. Niedrige Geburtenzahlen fordern eine Revolution für mehr Familienfreundlichkeit, und unser Bildungssystem muss mehr Chancengleichheit bieten.

Erst wenn wir das alles packen, sind unser Land und unsere Wirtschaft wirklich gut in Fahrt!

 

Autor: 
IHK-Präsident Prof. Dr. Klaus L. Wübbenhorst
 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 03|2006, Seite 3

 
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