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Rödl & Partner

Krisen belasten Mandanten

Rödl & Partner © Thomas Tjiang

Prof. Dr. Christian Rödl, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Die Nürnberger Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner ist eigenen Angaben zufolge mit einem sehr guten ersten Quartal ins Jahr 2022 gestartet.

Kanzleichef Prof. Dr. Christian Rödl befürchtet aber für das Gesamtjahr, dass angesichts sich häufender Krisen auch die Investitionstätigkeit zurückgehen könnte. Das aktuell größte Risiko für die Weltwirtschaft sieht er in der Corona-Politik Chinas, das mit seiner Null-Covid-Strategie die Lieferketten am weltgrößten Hafen in Shanghai ausbremst. Für seine Mandanten, insbesondere mittlere und große Familienunternehmen, sind derzeit Beschaffung, Lieferketten, Fachkräftemangel und wachsende Bürokratie in Europa die größten Baustellen.

Auch das Jahr 2021 sei mit steigenden Beschaffungspreisen und unsicheren Lieferketten problematisch gewesen. Trotz oder gerade wegen des höheren Beratungsbedarfs legte der Umsatz um über sieben Prozent auf 532 Mio. Euro zu und übersprang erstmals die halbe Umsatzmilliarde. Motor war erneut die teils interdisziplinäre Beratung international tätiger Familienunternehmen aus Deutschland. Gefragt war u. a. die IT-Beratung, um die Digitalisierung mit Unternehmensplanungs-Software (ERP) voranzubringen. Auch die Beratung bei über 380 Firmenkäufen oder -verkäufen markierte eine Bestmarke. Zudem baute Rödl & Partner die globale Präsenz weiter aus: Nach zwei neuen Standorten in den USA als wichtigstem Markt nach Deutschland folgten nun Büros in Norwegen und Saudi-Arabien. Damit sind die Rechtsanwälte, Steuerberater, Unternehmens- und IT-Berater sowie Wirtschaftsprüfer an 107 Standorten in 50 Ländern vertreten. Die Belegschaft erhöhte sich weltweit auf 5 260 Beschäftigte, davon rund 2 000 in Deutschland und 864 in Nürnberg.

Wegen der russischen Invasion in der Ukraine wurde das Kiewer Büro mit den 60 überwiegend weiblichen Angestellten geschlossen. Viele davon wurden von den polnischen Rödl-Kollegen aufgenommen und integriert. Mandanten, die in der Westukraine produzieren, werden nun von Polen aus betreut. In Russland berät Rödl von Moskau und Sankt Petersburg aus seine Mandanten u. a. bei der Liquidation deren Geschäfts. Die Präsenz dort bezeichnet Rödl als "schwierige Abwägung, die täglich neu bewertet wird".

Autor: 

(tt.)

 

WiM – Wirtschaft in Mittelfranken, Ausgabe 05|2022, Seite 74

 
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