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Wo bleibt der Aufwind?

Erschienen am 14.10.2026

IHK-Konjunkturklima im Herbst 2026: Wo bleibt der Aufwind?

  • Geschäftslage: Geschäftslage wenig verändert, Auslandsnachfrage und öffentliche Investitionen belebend, Handel leidet unter weiter schwachem Konsumklima
  • Geschäftserwartungen: Kostenbelastungen durch gewachsene Bürokratie, hohe Energiepreise und gestiegene Arbeitskosten trüben Erwartungen ein
  • Investitionsklima: ohne Impulse bei schwacher Ertragslage
  • Beschäftigung: Personalplanungen zurückhaltend, Stellenabbau setzt sich fort
  • Weitergabe gestiegener Kosten lässt Preisniveau weiter steigen
  • Mittelfränkische Wirtschaft steckt in der Stagflation fest, Ausweg führt über Belebung der privaten Investitionstätigkeit durch verbesserte Standortbedingungen

Präsentation des IHK-Konjunkturklimas – Herbst 2026 herunterladen (PDF, nicht barrierefrei, 2 MB)

Aktuelle Geschäftslage etwas besser, aber wenig Investitionen und weiterer Abbau von Arbeitsplätzen

Die mittelfränkische Wirtschaft kommt kaum von der Stelle: Die Geschäftslage der Betriebe hat sich zwar etwas verbessert, aber zugleich nehmen die Sorgen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung eher zu. Das sind zentrale Aussagen der aktuellen Konjunktur-Umfrage der IHK Nürnberg für Mittelfranken.

Geschäftslage und -erwartungen

Der IHK-Konjunkturklimaindex ist im Herbst 2026 zwar leicht gestiegen, bleibt aber mit 98,8 Punkten auf niedrigem Niveau. Die aktuelle Geschäftslage der Unternehmen hat sich seit dem Frühjahr kaum verändert und liegt weiter im leicht positiven Bereich (Saldo plus 6 Prozentpunkte). Zugleich äußert sich die Mehrheit der Unternehmen weiterhin skeptisch, was die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate angeht (Saldo minus 8 Punkte). 

„Diese Ergebnisse zeigen, dass wir uns unverändert in einer strukturell bedingten Flaute befinden. Die Unternehmen sehen sich über alle Branchen hinweg weiterhin mit hohen Energie-, Arbeits- und Bürokratiekosten belastet“, so IHK-Präsident Dr. Armin Zitzmann. „Ein Hoffnungsschimmer ist, dass die Auslandsnachfrage etwas anzieht. Aber wir sehen keinen selbsttragenden Ausschwung, denn die gestiegene Inlandsnachfrage kommt hauptsächlich von den schuldenfinanzierten öffentlichen Ausgaben für Infrastruktur und Sicherheit.“

Investitionen und Beschäftigung

Die Unternehmen sehen sich weiter gezwungen, Kosten zu sparen und die hohen Preise an ihre Kunden weiterzugeben. Deshalb bleiben auch die Verbraucher zurückhaltend und das Konsumklima verbessert sich nicht. Der Pessimismus schlägt sich auch in den Investitionsplänen nieder, die vor allem in der Industrie keinen Trend nach oben zeigen. Wegen der schwachen Ertragslage und wachsender Finanzierungskosten werden selbst Ersatzinvestitionen verschoben. Die insgesamt frostige Lage schlägt sich auf den Arbeitsmarkt nieder, wo ebenfalls Impulse für Neueinstellungen fehlen. Die Zeichen stehen vielmehr auf weiterem Personalabbau.

Als besonderes Risiko für die weitere Geschäftsentwicklung nennen zwei Drittel der Befragten die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wobei sie besonders auf unnötige Bürokratie verweisen. Als weitere Risiken folgen die hohen Energie- und Rohstoffpreise sowie die Arbeitskosten, die auf die Erträge drücken. Als recht hohes Risiko wird immer noch die schwache Inlandsnachfrage genannt, wenngleich sich hier die Umfrageergebnisse im Vergleich zum Vorjahr verbessert haben. Die Hoffnung ruht aktuell auf einer besseren Auslandsnachfrage. Gefragt nach geeigneten Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, rufen die meisten Unternehmen nach einer Stabilisierung der Sozialversicherungsbeiträge. Zudem fordern sie Maßnahmen, um Arbeitszeiten und Kündigungsschutz zu flexibilisieren und um dadurch Luft für Einstellungen zu bekommen. 

Entwicklung nach Wirtschaftssektoren

Im Vergleich der Branchen zeigt sich die Industrie stabil und mäßig zuversichtlich, weil die gewachsene Auslandsnachfrage und die öffentlichen Aufträge im Inland zumindest für etwas Bewegung sorgen. In der Bauwirtschaft profitiert besonders der Tiefbau von den staatlichen Investitionen, während für den privaten Wohnungsbau keine Erholung in Sicht ist. Die verbrauchernahen Dienstleistungen einschließlich dem Gastgewerbe zeigen sich im Herbst überwiegend zufrieden.

Über eine ähnlich gute aktuelle Geschäftslage berichten die unternehmensnahen Dienstleistungen, die jedoch ausgesprochen skeptisch auf die bevorstehenden Monate blicken. Weiterhin überwiegend schwach und ohne Hoffnung auf Besserung präsentiert sich der Handel. Insbesondere der Einzelhandel leidet weiterhin unter der äußerst schwachen privaten Nachfrage. Hier ist der Druck auf die Erträge besonders groß und die Notwendigkeit, die hohen Kosten auf die Kunden weiterzugeben – wohl wissend, dass höhere Preise die Kauflaune der Verbraucher weiter bremsen.

Ausblick

„Die mittelfränkische Wirtschaft steckt in der Stagnation fest und droht bei weiter steigendem Preisniveau in eine Stagflation zu rutschen. Es fehlt am privaten Konsum und an privaten Investitionen“, so IHK-Präsident Zitzmann. „Unsere innovativen Unternehmen brauchen wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen, damit sich Investitionen wieder lohnen und Arbeitsplätze entstehen. Deshalb wiederhole ich immer wieder: Arbeitskosten senken, Unternehmenssteuern senken, Energiekosten senken, Bürokratiebelastungen senken!“

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Mehr zu den Ergebnissen finden Sie auch in unserer Pressemitteilung oder auf unseren Seiten zum IHK-Konjunkturklima.

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