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Standort mit Tradition

Standort mit Tradition

© Kurt Fuchs

Die Besitzer des Hauses am Hauptmarkt 27 lassen sich anhand von Urkunden, Hausbriefen und Gerichtsakten bis in das Jahr 1380 zurückverfolgen. Bis 1803 sind insgesamt 24 Besitzerwechsel in der Datenbank des Stadtarchivs verzeichnet.

In der Zeit, in der sich die Selbstverantwortung der Kaufmannschaft in Nürnberg etablierte, war die Familie Unterholzer am Hauptmarkt 27 ansässig (von 1565 bis 1617). Auch heute noch ziert ein Wappen dieser Familie die Außenfassade im Innenhof der IHK. Als Kaufmann verfügte Sebastian Unterholzer (†1577) über weitreichende Handelsbeziehungen sowie eine Niederlassung im Fondaco dei Tedeschi, dem Handelshaus deutscher Händler in Venedig.

Am 5. Januar 1564 erhielt er das Bürgerrecht in Nürnberg; im selben Jahr wurde er als Genannter in den „Großen Rat“ gewählt. Seit 1566 vertritt ein Kollegium von vier „Marktvorstehern“, der Handelsvorstand, die Nürnberger Kaufmannschaft. Eustachius Unterholzer (Sebastian Unterholzers Sohn) war von 1604 bis 1615 Marktvorsteher.

Historie

1565 kaufte Sebastian Unterholzer das Haus am Hauptmarkt 27. Zu diesem Zeitpunkt ist er in dritter Ehe mit Justina Rudolph verheiratet, die aus einem angesehenen alten Münchner Bürgergeschlecht stammt. Aus allen drei Ehen gehen insgesamt 26 Kinder hervor.

1579 kaufen Carl Unterholzer und Nicolaus Gößwein das Haus am Hauptmarkt 29 inklusive Hinterhaus (Mieter: Wolff Ringsgwandt), das an die Stadtwaage und Herrentrinkstube angrenzt und drei Eingänge sowie einen Kramladen hat, für 3 450 fl (fl = Reichsgulden).

1581 (nach dem Tod von Sebastian Unterholzer 1577) ist das Haus am Hauptmarkt 27 im Besitz der Erben Abel und Eustachius Unterholzer, beides Söhne von Sebastian Unterholzer.

1617 wird es an Sigmund Praun für 6 700 fl verkauft. Vorher hatten sie dem Rat der Stadt das Haus zum Kauf angeboten, dieser ließ auch einen Grundriss davon erstellen. Ziel war es zu überprüfen, ob man das Anwesen bis zum „Herrentrinkstüblein" ziehen könne.

Im 17. bis 19. Jahrhundert existiert das Gebäude im Wandel der Zeit. Im 19. Jahrhundert wird es der Sitz der am 15. Mai 1843 gegründeten Handelskammer für den Bezirk Mittelfranken.

Im Jahr 1909 wurde das Gebäude mit Ausnahme der Umfassungsmauern eingelegt und neu errichtet.

1945 wurde die Altstadt in Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Nach Luftangriffen der Alliierten im Januar 1945 standen vom IHK-Gebäude am Hauptmarkt nur noch die Außenmauern – das Waaggebäude in der Winklerstraße mit dem "Herrentrinkstüblein" wurde komplett zerstört.

Nach Kriegsende war das Gebäude der IHK eines der ersten am Hauptmarkt, das wieder aufgebaut wurde. Die Bausubstanz erwies sich nach 60 Jahren der Nutzung stark erneuerungsbedürftig und entsprach in vielen Belangen nicht mehr dem Standard moderner Büroarchitektur. Die IHK hat daher beginnend im Jahr 2010 ein Gesamtkonzept für die Entwicklung ihres Gebäudes am Hauptmarkt auf den Weg gebracht. Nach der Erarbeitung von Werten und Zielen, die ein neues Haus der Wirtschaft erfüllen soll, und der Prüfung verschiedener Standort-Szenarien wurde in der Vollversammlung der Beschluss zur Generalsanierung des derzeitigen Gebäudekomplexes gefasst, welche den Teilabriss und Neubau einzelner Gebäudeteile vorsieht. 

Die Bauarbeiten am IHK-Gebäude wurden archäologisch begleitet, weil sich im Boden Reste der frühen Besiedlung Nürnbergs befanden. Gefunden wurden Keramikscherben, die aus der Zeit von 850 bis 900 stammen und Nürnberg damit um mindestens 100 Jahre älter machen als die erste urkundliche Erwähnung. Die Kosten für die im September 2014 begonnenen Grabungen und die Bauverzögerungen hatte allein der Bauherr zu tragen.

 
 
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