Zum Hauptinhalt springen
Human resources management and recruitment business hiring concept, Hand held magnifying glass, Copy space for your text
Human resources management and recruitment business hiring concept, Hand held magnifying glass, Copy space for your text

Bis 2029 dürfte der Bedarf an Fachkräften in einigen Branchen noch zunehmen. Zu diesem Ergebnis kommt der „IHK-Arbeits markt-Radar 2026“, den die bayerischen IHKs zusammen mit dem Wirtschaftsinstitut IW erarbeitet haben. In Mittelfranken registrierte die Studie im Jahr 2024 rund 20.000 fehlende Fachkräfte, 2029 sollen es bereits rund 34.000 sein. Durch ihr Fehlen geht im IHK-Bezirk bis 2029 eine Wert schöpfung von rund 3,6 Mrd. Euro verloren.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in Mit telfranken vor allem in diesen Bereichen gesucht:

  • Bei IT-Experten wird der Engpass in Mittelfranken besonders deutlich wachsen, obwohl die Studie in Gesamt-Bayern eine Entspannung im IT-Bereich voraussagt.
  • Kritisch auf Infrastruktur-Ausbau und Klima schutz-Projekte auswirken dürften sich Perso nalengpässe auf Feldern wie Bauelektrik sowie Bauplanung und Bauüberwachung.
  • Dass sich der Mangel an Mitarbeitern nicht nur auf höherqualifizierte Fachkräfte beschränkt, zeigt das Hotel- und Gaststättengewerbe: Die Branche sucht in hohem Maße Helferinnen und Helfer. In diesem Bereich diagnostiziert der „Radar“ den größten relativen Zuwachs aller Branchen, bis 2029 dürften rund 2.100 Kräfte fehlen.
  • Auch beim Personal für Verkaufstätigkeiten sieht die Studie einen wachsenden Mangel – und zwar sowohl bei Fachkräften als auch bei Mitarbeitern ohne Fachkenntnisse in bestimmten Produktgruppen.

Auch der gesamtbayerische Arbeitsmarkt bleibt eng: Für rund jede zweite offene Stelle gibt es keine passend qualifizierten Arbeitslosen. Besonders knapp bleiben beruflich qualifizierte Fach kräfte (2029: rund 130.000 fehlende Mitarbeiter). Insgesamt rechnet die Studie für das Jahr 2029 mit einer Lücke von rund 220.000 Personen über alle Qualifikationen hinweg. Sollte es dazu kommen, entspräche dies einem Verlust an Wertschöpfung im gesamten Freistaat von rund 25 Mrd. Euro. Beim Beschäftigungsaufbau sieht der Arbeitsmarkt-Radar innerhalb der kommenden drei Jahre diese Branchen vorne: IT- und Informationsdienst leistungen (plus 65.000 Beschäftigte), Gesund heitswesen (plus 39.000) und öffentliche Verwaltung (plus 34.000). Rückgänge dürfte es u. a. in Gastronomie, Fahrzeugbau und Metall geben.

„Trotz weltwirtschaftlichen Gegenwinds kommt niemand an der Demografie vorbei: Unsere Unter nehmen schaffen Beschäftigung, aber sie stoßen immer häufiger an die Grenzen des Arbeitskräfte angebots“, so IHK-Chefvolkswirt Dr. Udo Raab. „Wir werden alle Hebel nutzen – von Aus- und Weiter bildung über bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis zur gezielten Zuwanderung, damit die Wertschöpfung in der Region nicht an feh lendem Personal scheitert.“ Nach Auffassung der IHK Nürnberg für Mittelfranken müssen die Beschäftigungspotenziale sowohl im Inland und als auch durch Zuwanderung ausgeschöpft werden:

  • Das inländische Potenzial sollte u. a. durch diese Maßnahmen besser genutzt werden: äl tere Mitarbeiter länger im Erwerbsleben halten, Qualifizierung beschleunigen und durch mehr und flexiblere Kinderbetreuungsangebote die Erwerbsbeteiligung erhöhen (in Bayern arbei ten rund 50 Prozent der Frauen und elf Prozent der Männer in Teilzeit).
  • Durch gezielte Zuwanderung und Integration könnte der Anteil ausländischer Beschäftigter bis 2029 auf rund 22 Prozent steigen (2024: 19 Prozent).

https://arbeitsmarktradar.bihk.de 

Webcode: N2212