Wie geht es der Wirtschaft?
Fragen an Datev-Chef Robert Mayr
Herr Prof. Mayr, lässt sich der Datev-Mittelstandsindex regionalisieren und was sagt er über Mittelfranken aus?
Der Mittelstandsindex basiert auf einer Datengrundlage, die grundsätzlich sehr differenzierte regionale Auswertungen auch einzelner Postleitzahlgebiete ermöglicht. Im Grundsatz fallen die mittelfränkischen und bundesweiten Ergebnisse vergleichbar aus. Wir sehen generell den Trend stagnierender Umsätze bei zugleich steigenden Kosten. Dabei machen mir gerade die wachsenden Lohnkosten Sorgen. Sie steigen schneller als die Umsätze, was auf Dauer für kein Unternehmen gesund sein kann. Für die mittelfränkischen Kleinst-, Klein- und mittelständischen Unternehmen haben unsere Daten zuletzt einen leicht stärkeren Umsatzrückgang als in Bayern gezeigt. Das muss man nicht überbewerten, denn unser Mittelstandsindex ist immer eine monatliche Momentaufnahme von über einer Million Unternehmen. Anders als Umfragen oder Prognosen bildet der Mittelstandsindex nicht Erwartungen ab, sondern tatsächlich beobachtbare Entwicklungen im Mittelstand.
Auf welchem Stand sind die mittelfränkischen Datev-Mitglieder bei Digitalisierung und KI?
Im Gegensatz zu unserem Mittelstandsindex haben wir bei unserer Digitalisierungsumfrage keine Regionalisierung. Die Stichprobe wäre auch viel zu klein. Insgesamt kann man sehen, dass sich das Digitalisierungsniveau verbessert und ansteigt. Diesen Trend erkennt man auf jeden Fall. Ich greife mal das Thema E-Rechnung heraus, das auch für mich sehr spannend ist. Wir stellen fest, dass die Verbreitung der E-Rechnung deutlich zunimmt. Wir messen auch die Verwendung digitaler Schnittstellen der Kanzleien. Sie versuchen, sich sukzessive immer digitaler aufzustellen. Derzeit zeigt sich: Je größer eine Kanzlei ist, desto leichter fällt ihr offenbar der Umgang mit der Digitalisierung. Bei kleinen Kanzleien stellen wir häufiger fest: Sie holen zwar auf, haben hier aber noch etwas Weg vor sich.
Wie schätzen Sie aus Datev-Sicht das regionale Innovations-Ökosystem ein?
Die Metropolregion Nürnberg strengt sich bei diesem Thema sichtbar an, Innovationen nach vorn zu bringen. Wir haben aus meiner Sicht auch eine sehr gute Verbindung zwischen den Universitäten, Hochschulen und den Unternehmen in der Region. Wir haben mit dem Zollhof einen guten Inkubator, damit Start-ups besser Fuß fassen. Das scheint mir auch etwas zu sein, was in den Genen der Metropolregion verankert ist. Und die Datev selbst profitiert bei ihrer digitalen Transformation gerade von jungen Menschen, die sich bei uns bewerben. Dazu muss man sagen: Wir leisten auch seit Jahren viel für unsere Arbeitgebermarke. So etwas fällt nicht vom Himmel.
Die Fragen stellte Thomas Tjiang.
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