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„Haus zum Savoyischen Kreuz“ hat neuen Eigentümer

Historisches Gebäude in der Nürnberger Altstadt soll Wohn- und Geschäftshaus werden

Datum: 17.04.2020
 

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Dr. Kurt Hesse

Dr. Kurt Hesse

Leiter Geschäftsbereich Kommunikation, Medienpolitik, Public Relations, Kommunikationswirtschaft Tel: +49 911 1335 1379

Nürnberg – Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hat das „Haus zum Savoyischen Kreuz“ in der Winklerstraße 24 verkauft. Käufer ist die Sturmtor Immobilien GmbH & Co. KG in Hilpoltstein, die das Gebäude für 1,615 Mio. Euro erworben hat. Das Unternehmen wird das Gebäude umfassend sanieren und restaurieren und als Wohn- und Geschäftshaus nutzen. Zeitnah soll dafür ein Bauantrag gestellt werden. Fassade, Treppenhaus sowie weitere Baubestandteile sind denkmalgeschützt.

Die IHK hatte die Immobilie 2014 erworben, als sie sich entschloss, ihr direkt angrenzendes Gebäudeensemble am Nürnberger Hauptmarkt in Teilen neu zu bauen. Mit dem Erwerb des „Hauses zum Savoyischen Kreuz“ sollten Schwierigkeiten bei der Generalsanierung vermieden und ein reibungsloser Ablauf der Baumaßnahmen ermöglicht werden. Während der Bauphase wurde das Haus von der IHK teilweise als Baubüro genutzt. Für den Betrieb der Industrie- und Handelskammer ist das Gebäude jedoch nicht erforderlich, weshalb von vornherein ein Wiederverkauf nach Abschluss der Baumaßnahme geplant war.

Zum Ablauf der Vermarktung

Die im Rahmen eines Auswahlverfahrens beauftragte Nürnberger Immobilienberatung Küspert & Küspert erstellte im Auftrag der IHK ein umfangreiches Verkaufsexposé unter Zugrundelegung einer Machbarkeitsstudie des Berliner Architektenbüros Behles & Jochimsen, das auch das neue Haus der Wirtschaft für die IHK geplant hat. Die Herausforderung bei der jetzt veräußerten Immobilie liegt in einem denkmalschutzkonformen und gleichzeitig modernen Wiederaufbau eines stadtprägenden Gebäudes aus dem Spätmittelalter.

Die Vermarktung wurde über mehrere Kanäle angestoßen: So wurden im Zeitraum von November 2019 bis Januar 2020 Anzeigen im IHK-Magazin „Wirtschaft in Mittelfranken“ sowie in den einschlägigen Internetportalen veröffentlicht und regionale sowie nationale Investoren direkt angesprochen. Nach dem Ende der ersten Bieterrunde am 24. Januar 2020 lagen als Ergebnis 14 Kaufangebote vor. Daraufhin begann eine zweite Bieterrunde zur Bestätigung und gegebenenfalls Nachbesserung des Angebotes einschließlich der Vorlage einer Finanzierungsbestätigung beziehungsweise eines Kapitalnachweises. Diese zweite Runde endete am 12. Februar 2020.

In der dritten Phase des Vermarktungsprozesses konnten die vier bestliegenden Bieter ihre Konzepte vorstellen. In diesem Auswahlverfahren waren folgende Schwerpunkte von Bedeutung: Denkmalkompetenz (Nachweis von Referenzen), Nutzungskonzept nach Wiederaufbau, Finanzierungskonzept und Kaufpreis. Alle Bewerber konnten hinsichtlich der Denkmalsanierung entsprechende hochkarätige Referenzen vorweisen. In der Nutzung des Gebäudes, im Finanzierungskonzept sowie im Kaufpreis gab es jedoch Unterschiede. Am Ende fiel die Entscheidung auf die Sturmtor Immobilien GmbH & Co. KG, die mit ihrem Angebot die beste Platzierung erreichte. Der Notarvertrag für die Übereignung des Hauses zum Savoyischen Kreuz wurde gestern unterzeichnet. IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch sagte: „Ich bin froh, dass wir einen Käufer gefunden haben, der aus unserer Region kommt und über ausgewiesene Expertise verfügt, die anspruchsvolle Renovierung zu stemmen. 75 Jahre nach Kriegsende erhält Nürnberg ein städtebauliches Juwel zurück.“

Geschichte des Hauses

Der Kern des Hauses zum Savoyischen Kreuz stammt ursprünglich aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Die Fassade wurde Ende des 17. Jahrhunderts in barockem Stil ausgestaltet. 1945 wurde das Gebäude durch Bombenangriffe schwer beschädigt. Das obere Stockwerk wurde komplett zerstört, nur Erdgeschoss und Keller blieben erhalten. Lediglich mit einem Notdach abgedichtet handelt es sich damit um die letzte Ruine aus dem Zweiten Weltkrieg im Nürnberger Stadtgebiet. Nur notdürftig wurde das Haus 1946 wieder aufgebaut, davon allerdings nur der untere Teil des Gebäudes. Nur wenige Relikte des ursprünglichen Bauwerks sind noch sichtbar: das Wappen von Savoyen, das auf das Jahr 1690 datiert wird, und Sandsteinfiguren an der Westseite. Lange galten Pläne der Originalfassade als verschollen, doch mittlerweile wurde durch Aktivitäten der Altstadtfreunde e.V. eine Serie von Detaildarstellungen des barocken Schaugiebels im Nürnberger Stadtarchiv wiederentdeckt. Für Denkmalschützer hat das Haus zum Savoyischen Kreuz wegen der historischen Stadtstruktur in der unmittelbaren Umgebung besondere Bedeutung: So befinden sich im direkten und näheren Umfeld die Sebalduskirche, die Häuser am Weinmarkt, der Sebalder Pfarrhof und das Pfarrhaus der Frauenkirche.

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