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Geschichte

1000 Seiten Wirtschaftsgeschichte pur

 

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Katharina Söll

Katharina Söll

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Der Quelle-Katalog aus dem Jahr 1970: Darin waren nicht nur Rassehunde zu finden, sogar einen  Skilehrer konnte man ordern.

Der „Goldene“ wog weit über 2 Kilogramm und hatte fast 1000 Seiten: Über Jahrzehnte hinweg bot der Quelle-Katalog in bundesrepublikanischen Wohnzimmern ausgiebig Lese- und Gesprächsstoff. Im Herbst 1928 schickte der Fürther Kaufmann Gustav Schickedanz seinen ersten Katalog auf die Reise und legte damit den Grundstein für sein erfolgreiches Versandgeschäft nach amerikanischem Vorbild. Der Schlüssel zum Erfolg lag in dem Grundsatz „Zum reellen Preis gehört reelle Qualität“, der auf knallharter Kalkulation beruhte.

Beispiel der Angebote des Quelle-Katalogs

Nach Krieg und Zusammenbruch 1945 reichte es nur für zeitgemäß schmale Quelle-Nachrichten zum dünnen Angebot. Im Frühjahr 1953 lieferte das Fürther Versandhaus seinen ersten großen Hauptkatalog aus, der vom Damenkleid „Tutzing“ aus „dankbarem Zell-Wollmusselin“ bis hin zur kompletten Campingausrüstung keinen Wunsch der wenig verwöhnten Nachkriegsbevölkerung ausließ. Mit zunehmendem Wohlstand der Wirtschaftswunderjahre legte auch der Quelle-Katalog an Angebot und Umfang zu. Getreu dem Slogan „Erst mal sehen, was Quelle hat“ bestellte in den umsatzstärksten Jahren nach 1945 nahezu jeder zweite bundesdeutsche Haushalt in Fürth. Zu den 40.000 Angeboten des Katalogs im Jahr 1970 gehörten Rassehunde mit Ahnentafel.

Auszug der Angebote des Versandhandels Quelle im Katalog Herbst/Winter 1971/72

Der Tierfreund konnte unter den „besten Freunden und Gefährten“ Dackel, Cockerspaniel, Pudel und Collie wählen. Sechs Jahre später wurde der Hundeversand eingestellt, angeblich wegen seines hohen innerbetrieblichen Aufwands.

Dr. Richard Winkler, stv. Archivleiter Bayerisches Wirtschaftsarchiv: Bis zur Unternehmensinsolvenz 2007 war der Quelle-Katalog eine „Fundgrube für die Familie“. Er vermittelte mehr als nur einen Überblick über das Warenangebot, sondern spiegelte auch wirtschaftliche und soziokulturelle Veränderungen sehr genau wider. Colliehunde waren wegen der Fernsehserie „Lassie“ ungemein beliebt.

Fotos: Bayerisches Wirtschaftsarchiv BWA

 
 
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