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Geschichte

Notgeld: Endlose Nullen

 

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Katharina Söll

Katharina Söll

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Die Beträge, die im Zuge der Finanzkrise einem durch den Kopf schwirrten, konnten einen schwindlig machen. Nichts im Vergleich zu den Geldbeträgen, die während des Höhepunkts der Inflation vor exakt 90 Jahren kursierten. Mit der Trambahn vom Stachus zum Marienplatz? Kostet 250 Milliarden (!) Mark.

Das Briefporto kostete schwindelerregende 10 Milliarden Mark, ein Ei 80 Milliarden Mark und für eine Trambahnfahrt vom Münchner Stachus zum Marienplatz waren gar 250 Milliarden Mark zu bezahlen. Anfang November 1923 hatte die Inflation ihren Höhepunkt erreicht. Vor neunzig Jahren druckten Städte und Gemeinden, aber auch Unternehmen, Kammern und Verbände ihr eigenes Geld, um mit der galoppierenden Geldentwertung einigermaßen Schritt zu halten. 

Notgeld der Bayerischen Berg-, Hütten- und Salzwerke vom 14. August 1923 (links)<br /> Kriegsgeld der Stadt Burghausen: Kleingeldschein 1918. (rechts)

Notgeld der Bayerischen Berg-, Hütten- und Salzwerke vom 14. August 1923 (links)
Kriegsgeld der Stadt Burghausen: Kleingeldschein 1918. (rechts)

Schon einige Jahre zuvor war Notgeld in Umlauf gewesen. Im Ersten Weltkrieg gab es kaum noch Münzen, weil Kupfer und Nickel als kriegswichtiges Metall für Rüstungszwecke benötigt wurde. Damals ließen die Städte als Ersatz Kleingeldscheine drucken. Später erlaubte die Reichsbank den Kommunen, Großgeldscheine herauszugeben, bis sie selbst wieder ausreichend Zahlungsmittel zur Verfügung stellen konnte. 

Harald Müller M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter des Bayerischen Wirtschaftsarchivs: "Unser Archiv verfügt über umfangreiche Sammlungsbestände, die wir ständig erweitern und ergänzen. Dazu gehört auch unsere Notgeld-Kollektion aus ganz Bayern, die die Mangeljahre des Ersten Weltkriegs und die Zeit der Inflation anschaulich und erfahrbar macht."

Fotos: Bayerisches Wirtschaftsarchiv BWA

 
 
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